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IMC FH Krems eröffnet neues Health Lab und erforscht innovative Versorgungsformen

21.03.2014 von IMC FH Krems

Zukunft Gesundheitswesen: IMC FH Krems eröffnet neues Health Lab und erforscht innovative Versorgungsformen

Der Gesundheitssektor steht vor enormen ökonomischen Herausforderungen. Die einerseits zunehmend älter werdende Gesellschaft und der andererseits immer größer werdende Mangel an finanziellen und personellen Ressourcen zwingen uns, neue Wege in der Versorgung zu gehen. Bei einer Podiumsdiskussion im Rahmen der Eröffnung des neuen Health Labs an der IMC FH Krems diskutierten heute, am Mittwoch, den 19. März 2014, hochkarätige Gäste am Campus Krems zum Thema „Innovative Versorgungsformen mithilfe der Telematik“. Darunter versteht man den Einsatz neuer Technologien wie der Telemedizin und der Robotik sowie die neuen Möglichkeiten der Kommunikation zwischen pflegebedürftigen Menschen, Angehörigen und Gesundheits-diensteanbietern (ÄrztInnen, Pflegepersonal und TherapeutInnen). An der IMC FH Krems ist die Zukunft des Gesundheitswesens längst ein zentraler Forschungsschwerpunkt – mit ihrem neu eingerichteten, hoch technologisierten Health Lab leistet sie Pionierarbeit in Österreich.

Digitale Kommunikation am Krankenbett, Tablets und Apps zur Aufnahme von Blutwerten und anderen Gesundheitsindikatoren, Pflegeroboter und Arztkonsultation via Netz – die Zukunft der Gesundheitsversorgung bietet besonders durch die Digitalisierung eine Vielzahl an Möglichkeiten. Laut Austrian Internet Monitor 2013 nutzen in Österreich 80 Prozent der Bevölkerung das Internet regelmäßig. Im neuen Health Lab an der IMC FH Krems werden zukünftig Studierende und Lehrende neue Möglichkeiten der Versorgung sowie Chancen und Risiken, die durch den Einsatz von E-Health bestehen, er- und beforschen. Dabei steht die interdisziplinäre Zusammenarbeit – der Blickwinkel aus verschiedenen Studien- und Forschungsrichtungen – im Mittelpunkt der Forschungsprojekte. „Unser Health Lab dient vor allem der experimentellen Forschung. Dabei werden die Möglichkeiten moderner technologischer Entwicklungen mit den Erwartungshaltungen der LeistungsempfängerInnen abgeglichen und weiterentwickelt. Mit unserem Know-how generieren wir zum Beispiel fundiertes Wissen für den gewinnbringenden Einsatz der Telemedizin im Bereich Ambient Assisted Living“, so Dr. Manfred Pferzinger, Studiengangsleitung Betriebswirtschaft für das Gesundheitswesen und Management von Gesundheitsunternehmen an der IMC FH Krems.

Die Eröffnung des neuen IMC FH Krems Health Labs war auch Anlass für eine hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion mit Gerald Bachinger, Patientenanwalt NÖ, Claudia Fida, Leiterin des Pflegedienstes im Haus der Barmherzigkeit Wien, dem 1. Vizepräsidenten der Österreichischen Ärztekammer Karl Forstner, Martin Gleitsmann, Abteilungsleiter für Sozialpolitik und Gesundheit in der Wirtschafskammer Österreich sowie dem Generaldirektor-Stellvertreter im Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger und technischen Geschäftsführer der SV-Chipkarten Betriebs- und Errichtungsgesellschaft (SVC) Volker Schörghofer. Die Brandrede hielt Franz-Josef Radermacher, Professor für Informatik an der Universität Ulm und Leiter des Forschungsinstituts für anwendungsorientierte Wissensverarbeitung.

Was verbirgt sich hinter E-Health und Ambient Assisted Living?
Unter Ambient Assisted Living werden allgemein altersgerechte innovative, technische Assistenzsysteme für ein selbstbestimmtes, umgebungsgestütztes Leben älterer Menschen verstanden. Die Technik passt sich dabei den NutzerInnen an und nicht umgekehrt. Hier setzt auch die Forschungsarbeit der IMC FH Krems an. In den Projekten soll unter anderem erforscht werden, wie die Systeme auf die unterschiedlichen Bedürfnisse gesunder und multimorbider Menschen angepasst werden können. Zu diesem Zweck gliedert sich das neue Labor an der Fachhochschule grundlegend in zwei Bereiche: Im Bereich E-Health befindet sich die Ausstattung heutiger Krankenzimmer, zusätzlich ausgerüstet mit den neuesten technologischen Features, wie Flatscreens zur Arzt/Ärztinnen-PatientInnen-Kommunikation, Tablets und Applikationen zur Überprüfung der Vitalfunktionen des/-r Patienten/-in und weitere digitale Geräte zur einfachen Erfassung von Körpertemperatur, Blutdruck und Körpergewicht. Im Heimarbeitsbereich befassen sich die Studierenden primär mit intelligentem Wohnen. Unter anderem wird ein Modell eines Einfamilienhauses mit intelligenter Haussteuerung getestet, auch 3D-Drucker und 3D-Scanner sind Teil der Forschung.

Sicherheit durch intelligente Haussteuerung
Im Health Lab wird untersucht, wie die Kommunikation zwischen PatientInnen und ÄrztInnen bzw. Pflegepersonal via Bildschirm funktionieren kann und in welchen Fällen diese Art der Kontaktaufnahme sinnvoll ist. Durch die neuen technologischen Entwicklungen aus dem Bereich Ambient Assisted Living soll die Betreuung und Pflege älterer Menschen sowohl für das Pflegepersonal als auch für Angehörige durch altengerechte, digitale Kommunikationsmöglichkeiten erleichtert werden. Via digitale Steuerungssysteme soll es zukünftig möglich sein, besonders Gefahrenquellen für Demenz-PatientInnen wie eingeschaltete Herdplatten und Bügeleisen extern zu deaktivieren. „Durch effektiven Einsatz neuer technologischer Funktionen soll den Menschen höheren Alters mehr Mobilität und mehr Sicherheit durch intelligente Haussteuerungen und ähnliche Technologien gewährleistet werden. In Hinblick auf zukünftig erwartete Engpässe im Bereich des Pflegepersonals und die sich verändernde Alterspyramide können E-Health, Roboter und viele andere digitale Möglichkeiten massive Erleichterungen schaffen“, so Prof.(FH) Dipl. Pflegewirt Joachim Schulze, Studiengangsleitung Gesundheits- und Krankenpflege.

Wirtschaftliche Fragestellungen sollen ebenfalls durch die wissenschaftlichen Arbeiten an der IMC FH Krems beantwortet werden, um sowohl E-Health als auch den Einsatz von intelligenter Technologie im Haushalt auf ihre Finanzierbarkeit hin zu überprüfen und um sie dadurch zukünftig leistbar zu machen. Ein besonderes technisches Detail des Health Labs ist dabei ein Roboter, der die Videokommunikation zwischen pflegebedürftigen Personen und Angehörigen, Pflegekräften oder auch ÄrztInnen ermöglicht. Gleichzeitig kann sich die externe Person mittels Roboter im Haus der zu pflegenden Person bewegen – weitere Features wie das Abfragen von diversen Gesundheitsparametern mithilfe der Robotik sollen in den kommenden Jahren entwickelt werden.

Foto: Im neuen Health Lab an der IMC FH Krems werden zukünftig Studierende und Lehrende neue Möglichkeiten der Versorgung sowie Chancen und Risiken, die durch den Einsatz von E-Health bestehen, er- und beforschen.

IMC FH Krems – Die internationale Dimension des Studierens
Die IMC FH Krems im Herzen Niederösterreichs gilt mit 100 Partneruniversitäten und Studierenden aus über 50 Ländern der Welt als eine der internationalsten und innovativsten Fachhochschulen Österreichs. Derzeit werden 25 Vollzeit- bzw. berufsbegleitende Studiengänge in den Bereichen Gesundheitswissenschaften, Wirtschaftswissenschaften und Life Sciences angeboten. Die praxisorientierten Studiengänge auf hohem akademischem Niveau können jeweils mit einem Bachelor bzw. Master abgeschlossen werden und bieten den Studierenden beste Voraussetzungen für eine internationale Karriere. Vorlesungssprachen sind Englisch und Deutsch, darüber hinaus werden Berufspraktika, internationale Austauschprogramme und Auslandssemester angeboten. Hohe internationale Anerkennung genießt die IMC FH Krems auch durch die Auszeichnung des International Centre of Excellence in Tourism and Hospitality Education, THE-ICE, sowie die Mitgliedschaft im weltweiten Netzwerk der European Foundation for Management Development, EFMD. Die hohe Qualität der IMC FH Krems wurde durch das Qualitätssiegel der FIBAA bestätigt. www.fh-krems.ac.at

Rückfragen:
IMC FH Krems
Michaela Sabathiel
Leitung Marketing und Öffentlichkeitsarbeit
Head of Marketing and Public Relations
Tel.: +43 (0)2732 802 530
marketing@fh-krems.ac.at

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