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GS1 Austria: Neuer Standard

22.09.2013 von GS1 Austria GmbH

Neuer Standard, um Lücke der Supply Chain Prozesse in Krankenhäusern zu schließen

Medikationsfehler sind eine der Hauptursachen für vermeidbare unerwünschte Ereignisse im Gesundheitswesen. Die Identifikation eines Arzneimittels bis zum Zeitpunkt der Gabe ist daher ein Schlüsselelement für eine sichere Vorgehensweise bei der Verabreichung von Medikamenten im Krankenhaus. In der Tat haben Vorstudien gezeigt, dass der Gebrauch von Strichcodes auf Medikamenten bis zur Ebene des Einzelstücks die Medikationsfehler um bis zu 41,4% reduzieren kann.

Patientennahe Systeme zur Prüfung und Rückverfolgbarkeit basieren auf der effektiven Datenerfassung von medizinischen Produkten auf allen Verpackungsebenen, wann immer sie abgegeben, verabreicht, verteilt oder angewendet werden. Doch bis heute waren Krankenhäuser mit einer Lücke im System konfrontiert. Es gab keine global harmonisierten Standards zur Identifikation von Produkten auf niedrigeren Verpackungsebenen, wie beispielsweise der einzelne Katheter oder die einzelne Blisterzelle eines ganzen Blisterstreifens.

Eine GS1 Healthcare Arbeitsgruppe, bestehend aus 80 Supply Chain Experten, stellte sich der Herausforderung, die GS1 Standards in Hinblick auf Klärung und Verwendung zur richtigen Identifikation von Gesundheitsprodukten auf der Ebene des Einzelstücks oder auch „Level Below the Each“ (= Ebene unterhalb der Verkaufseinheit) zu aktualisieren. Dieser neue Standard gibt eine klare und einheitliche Orientierungshilfe zur Identifikation auf dieser Ebene.

Bezugnehmend auf die Notwendigkeit eines einzigen globalen Standards sagte Frédérique Fremont, Krankenhaus Robert Ballanger (Frankreich) und Co-Vorsitzende der Arbeitsgruppe „Level-Below-the-Each“: „Es ist unbedingt erforderlich, dass Gesundheitsdienstleister zusammen mit den Herstellern an der Implementierung der Markierung des Level-Below-the-Each arbeiten. Nur so könne die kritische Masse an standardisierten und automatisierten Prozessen erreicht und somit Medikationsfehler reduziert bzw. der sichere Gebrauch von Medizinprodukten gewährleistet werden.“

Die GS1 GTIN (Global Trade Item Number) Vergaberegeln2 wurden hinlänglich der Verantwortung betreffend Identifikation von Level-Below-the-Each-Einheiten in der Supply Chain des Gesundheitswesens aktualisiert. Beispiele dafür sind einzelne unverpackte Tabletten, Tabletten in Blistern, Flüssigkeiten, nicht sterile Einwegprodukte wie Schrauben und Nadeln oder nicht sterile zum mehrmaligen Gebrauch gedachte Produkte wie Blutdruckmanschetten.

Peter Tomicki, Zimmer Inc. und Co-Vorsitzender der Arbeitsgruppe Level-Below-the-Each, hat die Auswirkungen des Erreichten auf die Patientensicherheit erkannt: „Im Gesundheitswesen existieren niedrigere Ebenen der Verpackung deren Identifikation erforderlich ist. Dieser neue Standard bringt Klarheit und eindeutige Hilfestellung, wie und wer die Produkte in diesen Ebenen kennzeichnet.“

Dr. Roberto Frontini, Präsident des europäischen Verbands der Krankenhausapotheker EAHP, gratulierte ebenfalls zu dem Erfolg: „GS1 hatte eine großartige Führungsrolle in der Entwicklung dieses global anwendbaren Standards für die Ebene unter der Verkaufseinheit, der für Hersteller und alle anderen implementierbar ist. Das hilft, bestehende Widerstände zu überwinden und Arzneimittel für Krankenhäuser bis zum Einzelstück strichcodiert zu erhalten. Somit bietet der neue Standard eine vielversprechende Zukunft für Patientensicherheit und Verhütung von Medikationsfehlern durch die sich eröffnende Möglichkeit des Bedside-Scanning in Krankenhäusern, das heißt an der Stelle, wo die Verabreichung tatsächlich passiert. Wir freuen uns auf weitere Diskussionen über den Gebrauch dieses Standards bei einem Expertentreffen zum Thema Bedside-Scanning in Leuven am 14. Oktober 2013.“

Über EAHP
Der europäische Verband der Krankenhausapotheker (EAHP – European Association of Hospital Pharmacists) ist eine Vereinigung von nationalen Verbänden der Krankenhausapotheker. Der Verband zählt europaweit mehr als 21.000 Mitglieder. Ziel von EAHP ist es eine gemeinsame Strategie in Europa zu etablieren. EAHP repräsentiert die Interessen auf europäischer Ebene, fördert die wissenschaftliche Entwicklung der Krankenhausapotheken und die Rolle der Apotheker in den Krankenhäusern. www.eahp.eu

Über das Treffen in Leuven zu Kennzeichnung von Arzneimitteln und Beside-Scanning

Die Universität in Leuven (Universitair ziekenhuis Leuven), EAHP und GS1 laden gemeinsam zu dem Expertentreffen über die Zukunft der Barcodierung von Arzneimittel, speziell bzgl. Einzelstücke und Bedside-Scanning, in Europa. Das Treffen findet am 14. Oktober 2013 in Leuven statt. Bei Interesse wenden Sie sich direkt an richard.price@eahp.eu.
Weitere Informationen finden Sie unter http://www.eahp.eu/events/barcoding-meeting

Über GS1 Healthcare

GS1 Healthcare ist eine globale, freiwillige Gruppe für alle Teilnehmer der Supply Chain im Gesundheitswesen, inklusive Hersteller, Händler, Gesundheitsdienste, Solution Provider, Regulierungsbehörden und Verbände. GS1 Healthcare hat eine führende Rolle in der erfolgreichen Entwicklung und Implementierung von globalen Standards mit Hilfe von Experten aus aller Welt. Gemeinsames Ziel ist die Verbesserung der Patientensicherheit und Erhöhung der Effizienz in der Versorgungskette. GS1 Healthcare zählt über 60 führende Unternehmen zu ihren Mitgliedern. Weitere Informationen über GS1 Healthcare finden Sie unter www.gs1.org/healthcare.

Über GS1 Austria

GS1 Austria stellt ein weltweit eindeutiges Identifikationssystem für Standorte, Artikel oder Versandeinheiten zur Verfügung. Das System ist die Grundlage für den elektronischen Geschäftsdatenaustausch und die Standardisierung von Nachrichten und Geschäftsprozessen zwischen Unternehmen.
GS1 Austria verbindet den Warenfluss mit dem Informationsfluss, Geschäftsprozesse werden so schneller, günstiger und sicherer. Weltweit hat GS1 in über 150 Ländern knapp 2 Mio. Mitglieder. Mehr als 5 Mrd. Strichcodes werden jeden Tag gescannt. GS1 Austria besteht seit 1977 und ist eine neutrale Non-Profit-Organisation.
Weitere Informationen über GS1 Austria finden Sie unter www.gs1.at.

Fachlicher Kontakt:
Mag. Barbara Rajtora, Business Development Manager Healthcare, +43 (0)1 505 86 01-74, rajtora@gs1.at

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