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SeneCura und PMU Salzburg: Erste Ergebnisse des Projekts „Schmerzfreies Pflegeheim“

17.06.2013 von SeneCura Kliniken- und HeimebetriebsgesmbH

Bis zu 80 % der PflegeheimbewohnerInnen leiden an Schmerzen

Schmerz erkennen, managen, vermeiden: So lauten die einzelnen Schritte des mehrjährigen Projekts „Schmerzfreies Pflegeheim“, das bereits 2011 von SeneCura, Österreichs größtem privaten Pflegeheimbetreiber, und der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität Salzburg, gestartet wurde. Nun konnte die erste Phase abgeschlossen werden, bei der erstmals in Österreich untersucht wurde, wie weit Schmerzen bei PflegeheimbewohnerInnen verbreitet sind: 50 bis 80 % der Befragten leiden an Schmerzen – und über 40 % verschweigen diese meist. In einem nächsten Schritt werden nun neue Standards im Bereich des Schmerzmanagements gesetzt.

Gerade die ältere Generation ist oft aufgrund kognitiver Beeinträchtigungen nicht mehr fähig, Schmerz zu äußern oder nimmt den Schmerz als „gottgewollt“ hin. SeneCura ist der Ansicht: Schmerz muss nicht sein! Daher startete die Gruppe im Herbst 2011 das gemeinsame wissenschaftliche Forschungsprojekt „OSiA - Optimiertes Schmerzmanagement in Altenpflegeheimen“ mit der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität Salzburg: Erstmals wird das Schmerzmanagement in Pflegeheimen österreichweit wissenschaftlich evaluiert.

Hohes Verbesserungspotential bei Schmerzsituation
Bei der Erfassung der Schmerzsituation in Österreichs Pflegeheimen wurden sowohl kognitiv leistungsfähige, als auch kognitiv beeinträchtige Personen berücksichtigt. Das Ergebnis: Rund 50 bis 80 % der PflegeheimbewohnerInnen haben Schmerzen. Dabei ist die Ansicht, dass Schmerzen im Alter einfach dazugehören, weit verbreitet (68 %). Zusätzlich haben über 40 % zugegeben, schon einmal Schmerzen verschwiegen zu haben – vor allem, um den Pflegenden nicht zur Last zu fallen. „Die Ergebnisse sprechen klare Worte“, so Prof. Rudolf Öhlinger, SeneCura Geschäftsführer. „Eine umfassende Offensive rund um das Schmerzmanagement war in Österreich längst überfällig. Besonders freut mich, dass wir zahlreiche Optimierungspotenziale orten konnten. Diese werden wir nun in einem weiteren Schritt flächendeckend in allen SeneCura Häusern umsetzen.“ Mit der abgeschlossenen Schmerzerfassung in zwölf SeneCura Pilot-Häusern im vergangenen Jahr wurde der erste Schritt für die Einleitung angemessener schmerztherapeutischer Interventionen gesetzt.

Medikamentenmanagement und Einbindung der Pflegenden
Auch das Medikamentenmanagement wurde umfassend erhoben. Es hat sich gezeigt, dass die Versorgung mit Analgetika sehr unterschiedlich gehandhabt wird. „Auch wenn rund 76 % des befragten diplomierten Pflegepersonals angeben, Kooperationen mit Apotheken und pharmazeutischen ExpertInnen zu pflegen, gibt es hier noch Raum nach oben. Optimierungspotential ergab sich außerdem bei der Schmerzmittelversorgung sowie der Verfügbarkeit von Ärzten in akuten Schmerzsituationen am Wochenende“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c. Jürgen Osterbrink, Projektleiter und Vorstand des Instituts für Pflegewissenschaft an der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität Salzburg. Öhlinger ergänzt: „Das größte Optimierungspotential haben wir aber bei der Weiterbildung der Pflegenden geortet: Pflegende sollten intensiver als bisher in die Schmerztherapie eingebunden werden und sind dazu laut Befragung auch gerne bereit. Aus diesem Grund haben wir schon vergangenes Jahr in zwölf SeneCura Häusern – als erster und einziger Pflegeheimbetreiber in ganz Österreich – insgesamt 100 Pain Nurses ausgebildet.“

Schmerzfreiheit als Ziel
„Für Ende dieses Jahres bzw. im Laufe des Jahres 2014 ist die Zweiterhebung geplant – dann soll der positive Effekt der implementierten Maßnahmen erhoben werden. Das ist aber noch nicht alles“, betont Öhlinger. „Wir möchten sämtliche Ergebnisse öffentlich zugänglich machen – so werden auch andere Einrichtungen und somit Pflegebedürftige in ganz Österreich von unserem Projekt profitieren. Damit setzen wir neue Standards bei Schmerzerkennung, -management und -vermeidung. Denn Schmerz im Alter muss nicht sein.“ Neue Tools zur Schmerzerfassung und -dokumentation werden eingeführt und maßgeschneiderte Schmerztherapien je nach Bedarf der BewohnerInnen entwickelt. Einige SeneCura Häuser werden als Lehrheime das erworbene Wissen weitertragen.

Modernes Schmerzmanagement in Österreich
Um eine optimale intradisziplinäre Vernetzung sicherzustellen, konstituierte SeneCura schon vergangenes Jahr einen hochkarätig besetzten Schmerzbeirat. „Bisher gab es nur geringe wissenschaftliche Erkenntnisse über die Schmerzwahrnehmung von Patienten mit kognitiven Defiziten“, so Prim. ao. Univ. Prof. Dr. Christian Lampl, Beiratsmitglied und Geschäftsführer sowie ärztlicher Direktor im Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Linz. „Außerdem ist eine multimodale Schmerztherapie nicht oder kaum vorhanden – die medikamentöse Kontrolle des chronischen Schmerzes findet nur in ausgewiesenen Schmerzzentren statt. Ich kann die Relevanz des Forschungsprojekts und die dadurch gewonnenen Erkenntnisse in puncto modernes Schmerzmanagement deshalb nicht oft genug betonen.“

Evaluationsstudie in zwölf SeneCura Einrichtungen
„Bei der Erfassung lag unser Augenmerk darauf, zu berücksichtigen, dass ältere Menschen im Pflegeheim teilweise unter kognitiven Einschränkungen leiden. Gerade bei dementen BewohnerInnen kann nicht grundsätzlich davon ausgegangen werden, dass sie ihren Schmerz selbst einschätzen und beschreiben können“, erklärt Osterbrink. Daher wurde im Rahmen der Studie eine Stichprobe mit Pflegenden und BewohnerInnen anhand quantitativer Instrumente zu Schmerz befragt und gleichzeitig schmerzrelevante medizinische Daten erhoben. Die Datenerhebung beinhaltet Selbst- und Fremdeinschätzungen sowie die Beobachtung durch das Projektteam. Selbstverständlich mussten die Befragten vorab ihr schriftliches Einverständnis abgeben, und auch alle weiteren ethischen Grundsätze wurden genauestens befolgt und extern überprüft. Berücksichtigt wurden die Anonymität der TeilnehmerInnen, ihre informierte Zustimmung, die Freiwilligkeit, das Recht auf Abbruch der Teilnahme sowie der Schutz vor Schäden. Die TeilnehmerInnen sind älter als 60 Jahre, nehmen Langzeitpflege in Anspruch, sind nicht in akuten Erkrankungssituationen oder geistig mehrfach behindert.

Bildtext: Präsentieren die Ergebnisse der Bewohnerbefragung im Zuge des Projekts „Schmerzfreies Pflegeheim“: Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c. Jürgen Osterbrink, Projektleiter und Vorstand des Instituts für Pflegewissenschaft an der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität Salzburg, SeneCura Geschäftsführer Prof. Rudolf Öhlinger und Prim. ao. Univ. Prof. Dr. Christian Lampl, Beiratsmitglied und Geschäftsführer sowie ärztlicher Direktor im Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Linz.

Über SenaCura:
Die SeneCura Gruppe betreibt 83 Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen in Österreich und der Schweiz und zählt in beiden Ländern zu den Markt- und Innovationsführern. Mit insgesamt rd. 3.550 MitarbeiterInnen bietet die Gruppe 62 Pflege- und Rehabilitationszentren sowie Betreute Wohnanlagen in Österreich und 21 Seniorenresidenzen (davon acht in Umsetzung) in der Schweiz. In der Tschechischen Republik sind mehrere Betreute Wohnanlagen in städtischen Ballungsräumen in Umsetzung.
SeneCura gilt als Vorreiter bei alternativen Pflegeangeboten und Wohnformen im Alter: Neben höchsten Pflegestandards in allen Häusern bietet SeneCura richtungsweisende Demenzstationen, Intensiv- und Wachkomapflege, postoperative Remobilisation, Neurorehabilitation, 24 Stunden-Betreuung und Hospizbegleitung. Ergänzt wird das Spektrum mit Generationenhäusern, Seniorenvillen und Apartments für Betreutes Wohnen.
Alle Betreuungseinrichtungen in Österreich sind öffentlich und für alle zugänglich: Die Kosten für den Pflegeheimplatz sind durch das Bundespflegegeld und die landesspezifischen Tagsätze abgedeckt und können über die Sozialhilfefonds der Länder abgerechnet werden.
Als meistausgezeichneter Pflegeheimbetreiber kann sich SeneCura über zahlreiche Preise freuen: Sozialmarie, Familien- und Frauenfreundlichstes Non-Profit-Unternehmen Österreichs, Bester Arbeitgeber Österreichs, Top Ten beim European Business Award, vierfach ausgezeichnet beim Teleios und viele mehr.

Weitere Informationen
Rudolf Öhlinger & Anton Kellner
SeneCura Kliniken- und HeimebetriebsgesmbH
1060 Wien, Capistrangasse 5/1/54
01 585 61 59-0, office@senecura.at

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