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Aus der Praxis – für die Praxis

02.05.2013 von LKH Feldkirch

Österreichische Krankenhausmanager tagen in Feldkirch



Anfang Mai treffen sich Krankenhausdirektoren sowie Führungskräfte und Mitarbeiter aus dem Krankenhaus-Verwaltungsbereich aus Österreich, Liechtenstein, Deutschland, Italien und der Schweiz in Feldkirch, um sich beim Kongress für Krankenhausmanagement über ihre tägliche Arbeit auszutauschen. Immerhin steht die 56. Auflage unter einem im wahrsten Sinne des Wortes praktischen Motto: „Aus der Praxis – für die Praxis“, so der Titel des Kongresses, beruhe auf der Tatsache, dass alle Häuser in ganz Österreich „im selben Boot sitzen“, so Dir. Dipl.KH-BW Harald Maikisch, MSc, Verwaltungsdirektor des Landeskrankenhauses Feldkirch. „Die Grundidee war, einen Vortragenden aus jedem Bundesland nach Feldkirch zu holen. Schließlich gibt es in Österreich nicht nur in medizinischer Hinsicht hervorragende Krankenhäuser – auch wirtschafts- und verwaltungsmäßig werden die Häuser auf höchstem Niveau geführt“, erklärt Maikisch als Präsident der ARGE Verwaltungsdirektoren Vorarlberger Krankenhäuser, die für die Kongressinhalte verantwortlich zeichnet.

Herausforderung: Management
„Die Komplexität eines Krankenhausbetriebes heutzutage ist für den Patienten nicht nachvollziehbar. Das muss sie auch nicht sein, schließlich entscheidet sich dieser nicht wegen der funktionierenden Verwaltung, sondern wegen der medizinischen Versorgung für ein Haus. Nichtsdestotrotz oder vielmehr gerade deswegen müssen möglichst reibungslose Abläufe gewährleistet und für die medizinische Versorgung Rahmenbedingungen geschaffen werden, um dem Patienten die bestmögliche Behandlung zu bieten“ ist Maikisch überzeugt. Allein: Die Komplexität nimmt stetig zu. „Obwohl es bei medizinischen Produkten fast schon eine unüberschaubare Vielzahl an Neuentwicklungen gibt, sind die finanziellen Mittel als auch die technischen Vorschriften und Normen immer enger gesteckt“, weiß Maikisch.

Best Practice
Beim 56. Kongress für Krankenhausmanagement werden „best practice“ - Beispiele vorgestellt, die für sämtliche Häuser – ob groß oder klein – von Belang sind. Schließlich gilt der „Strukturplan Gesundheit“ für alle und somit sehen sich auch alle mit ähnlichen Herausforderungen konfrontiert. Stolz ist Maikisch auf die hochkarätigen Vorträge von Kollegen aus nahezu jedem Bundesland, alle unter dem Motto „Aus der Praxis – für die Praxis“. „Ein ausgezeichneter Bezug zur Praxis im Gesundheitswesen ist somit gegeben“ betont der Verwaltungsdirektor.

Abwechslungsreiches Programm
Dementsprechend dürfen sich die Teilnehmer auf ein abwechslungsreiches Programm freuen: Die Themen reichen von grenzüberschreitenden Projekten und Drittmittelfinanzierungen bis zu Risk Management und ELGA – macht doch die elektronische Gesundheitsakte vor keinem Krankenhaus Halt. Einen Schwerpunkt werden aber auch Personalthemen wie integrierte Arbeitsplanung, die Auslagerung des Stationsservices sowie Problemfelder wie der Turnusärztemangel bilden. Interessant wird sicherlich auch der Eröffnungsvortrag von Primar Haller, der sich mit dem Konnex zwischen Führung und psychischer Gesundheit befassen wird. Für den Abschluss konnte Mag. Toni Innauer gewonnen werden. Er wird aufzeigen, wie Niederlagen in Effizienz umgemünzt werden können. „Wer spricht schon gerne über die nicht so erfolgreichen Projekte? Dabei wären gerade die besonders interessant, um aus den Fehlern anderer zu lernen“, so Harald Maikisch.


Statement des Präsidenten der Bundeskonferenz der Krankenhaus-Manager Österreichs BDir. Nikolaus Koller, MBA
Sucht man nach einer Definition des Wortes Praxis wird man über einige Termini stoßen. Im Allgemeinen kann festgehalten werden, dass die Praxis aus dem Altgriechischen abgeleitet wird und „Handlung, Verrichtung“ bedeutet. Im weiteren Sinne ist die Praxis das konkrete Handeln im Gegensatz zur verstandenen Theorie. Bezogen auf den Bereich des Gesundheitswesens dürfen sich Krankenhausmanager als Experten mit in diesem Bereich besonderen Tätigkeiten verstehen. Daher sind es unter anderem sie, die sich für das Krankenhaus verantwortlich und zuständig fühlen, vor allem aus wirtschaftlicher und strategischer Perspektive gesehen. Krankenhausmanager sind das Pendant zum medizinischen und pflegerischen Bereich in einem Krankenhaus und ihnen wird große Verantwortung im Bereich der kollegialen Führung zu Teil. Führung bedeutet für sie unter anderem Beziehungsgestaltung zwischen den eigenen wirtschaftlichen Anliegen und den übergeordneten Belangen sowie der Vereinfachung der teils unvollständigen und doch komplizierten professionellen Strukturen des Gesundheitssystems. Daher versuchen sie nicht nur durch verbindliches Handeln das Vertrauen und den Respekt der Mitarbeiter zu gewinnen, sondern auch durch praxisbezogene Aktionen die Mitarbeiter in Führungsprozesse aktiv zu integrieren. Durch partizipative und konsultative, engagierte Prozesse wird die Ausrichtung einer Organisation leichter zu bewerkstelligen und Entscheidungen überzeugender durchzusetzen sein. Dieser Gestaltung eines Unternehmens, vor allem eines komplexen Unternehmens wie dem Krankenhaus, steht vor allem ein schwieriges politisches Umfeld gegenüber. Eine gewisse Unschlüssigkeit zwischen der Gestaltung von Entwicklungsprozessen und dem Durchsetzen von aus ihrer Sicht notwendigen raschen Veränderungen stehen sich immer wieder gegenüber, und diese gilt es durch aus der Praxis erlernten Strategien abzuwägen.

Zu diesem und weiteren interessanten Themen findet der 56. Kongress für Krankenhausmanagement vom 6. bis 8. Mai 2013 in Feldkirch statt. Unter dem Titel „Aus der Praxis – für die Praxis“ bietet der Kongress interessante Wissensinputs und Vorträge aus erfolgreichen Projekten rund um das alltägliche Kerngeschäft in der erfolgreichen Führung eines Krankenhauses.

Factbox
56. Kongress für Krankenhausmanagement
6. – 8. Mai 2013 in Feldkirch, Landeskonservatorium
„Aus der Praxis – für die Praxis“

Kontakt
Mag. Michaela Sonderegger
T 055 22 / 303 – 5018, michaela.sonderegger@khbg.at

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