SCHAUFENSTER

Neues aus der Gesundheitswirtschaft

<< zurück

Healthcare Compliance versus Korruption

21.03.2013 von AUSTROMED

Healthcare Compliance versus Korruption: AUSTROMED, PwC und CMS informieren Medizinprodukte-Branche über Gesetz & Handlungsleitlinien

Gemeinsam mit Pricewaterhouse Coopers und CMS hat sich AUSTROMED, Interessensvertretung der Medizinprodukte-Unternehmen Österreichs, die Aufklärung zum Thema Compliance für die Medizinprodukte-Branche zur Aufgabe gemacht. Rund 50 Vertreter der heimischen Medizinprodukte-Unternehmen folgten gestern Vormittag, 20.03.2013, der Einladung in der PwC-Zentrale Wien-Erdberg zur Veranstaltung „Healthcare Compliance versus Korruption – der Spagat der Medizinprodukte-Branche“. Denn in der Zusammenarbeit von Industrie, Gesundheitseinrichtungen und Vertretern des Gesundheitswesens wie Ärzten und Pflegepersonal braucht es klar entwickelte Handlungsleitlinien. Neben umfassender Information bot sich die Gelegenheit der offenen Diskussion mit Dr. Andrea Kdolsky (PwC), RA Dr. Monika Ploier (CMS Reich-Rohrwig Hainz Rechtsanwälte), Mag. Philipp Lindinger (AUSTROMED), Prim. Univ.-Doz. Dr. Friedrich Längle (LK Wiener Neustadt) und Bernhard Fischer (Johnson & Johnson).

Kooperation ≠ Korruption
Eingeleitet wurde die Informationsveranstaltung durch eine Keynote von Dr. Kdolsky. „Insbesondere in gesellschaftlich sensiblen Branchen wie der der Medizinprodukte, kommt Compliance eine große Bedeutung zu. Dennoch ist kaum ein anderes Thema für viele so schwer einzugrenzen wie Korruption bzw. Compliance“, ist sich Kdolsky sicher und fordert weiter: „Wir dürfen nicht werten, wir müssen aufklären“
Die gesetzlichen Rahmenbedingungen der Antikorruptionsnovelle, die mit 01.01.2013 in Kraft getreten ist, erläuterte die Anwältin Dr. Monika Ploier am Beispiel einzelner Begriffe und Schwerpunkte. Gemeinsam mit AUSTROMED-Geschäftsführer Mag. Philipp Lindinger beleuchtete sie die konkrete Herausforderung der Branche: saubere und transparente Beziehungen zwischen Lieferanten, Beschaffern und Anwendern zum Wohle der Patienten. Gerade in der Medizinprodukte-Branche ist Wissenstransfer ein essentieller Bestandteil zur Sicherstellung des gesetzlichen Auftrags. In der Praxis sind bspw. unterschiedliche Dienstvorschriften nur eine der Hürden, die die Branche zu bewältigen hat. „Der AUSTROMED-Kodex bietet zusätzlich zu unternehmensinternen Richtlinien eine Orientierungshilfe in Hinblick auf regelkonformes Verhalten“, so Lindinger. „Ergänzend dazu bieten wir unseren Mitgliedern das ‚AUSTROMED Event Assessment Tool‘, damit ist die Bewertung nationaler Veranstaltungen mittels Check-Liste möglich.“ Die Auswertung erfolgt anhand eines Ampelsystems orientiert an den Richtlinien des AUSTROMED-Kodexes.

Herausforderung der Branche: Compliance in der Praxis
Prim. Univ.-Doz. Dr. Längle ging im Anschluss daran, in seiner beruflichen Funktion als Leiter der chirurgischen Ambulanz, auf die Notwendigkeit von regelmäßigen Schulungen und Know How-Vermittlung ein. Mit praxisnahen Beispielen und Best Practices von Bernhard Fischer mündete die Vortragsrunde in den Round Table in Form einer offenen Diskussion.

Die Conclusio der Veranstaltung: Derzeit herrscht ein hoher Aufklärungsbedarf hinsichtlich der Begrifflichkeiten der Antikorruptionsnovelle (z.B. ungebührlicher Vorteil, Wertgrenzen). Die Veranstalter und Referenten fordern die Veröffentlichung von Erläuterungen zu den Begriffen und konkrete Handlungsempfehlungen durch das Bundesministerium für Justiz.

AUSTROMED Verhaltenskodex: Compliance-Richtlinien für die Medizinprodukte-Branche
Durch den Verhaltenskodex der AUSTROMED soll die Zusammenarbeit zwischen Medizinprodukte-Unternehmen und Einrichtungen des Gesundheitswesens sowie Angehörigen von Gesundheitsberufen als auch Medizinprodukte-Unternehmen untereinander geregelt werden. Unter Berücksichtigung der Eucomed-Guidelines hat sich die AUSTROMED der freiwilligen Selbstverpflichtung zu den vier Grundsätzen – Trennung, Transparenz, Ausgewogenheit und Dokumentation – verschrieben.
Dabei wird insbesondere die Zulässigkeit der direkten Zusammenarbeit mit Angehörigen des Gesundheitswesens im Rahmen von Beratungsverträgen, bei Forschungs- und Entwicklungsprojekten sowie der Unterstützung im Rahmen von Aus- und Weiterbildungen festgelegt. Ziel ist die professionelle und faire Zusammenarbeit, die Einhaltung der hohen ethischen Standards der Medizinprodukte-Branche sowie die Sicherstellung der Einhaltung der Rechtsgrundlagen – sowohl zwischen den einzelnen Medizinprodukte-Unternehmen und ihrer Mitarbeiter als auch mit Einrichtungen und Angehörigen des Gesundheitswesens. Der Kodex ist mit Annahme durch die Mitgliederversammlung für sämtliche Mitglieder der AUSTROMED bindend.

AUSTROMED Arbeitsgruppe „Healthcare Compliance“
Die Arbeitsgruppe „Healthcare Compliance“ wurde mit dem Ziel ins Leben gerufen, die Zusammenarbeit mit dem medizinischen Fachpersonal entsprechend der höchsten ethischen Standards und gesetzlichen Rahmenbedingungen sicherzustellen. AUSTROMED unterstützt ihre Mitglieder durch Bereitstellung von Leitlinien in der verantwortungsvollen Durchführung ihrer Geschäfte.

Über AUSTROMED
AUSTROMED ist die Interessensvertretung der österreichischen Medizinprodukte-Unternehmen, die in der Entwicklung, der Produktion, der Aufbereitung und dem Handel von Medizinprodukten in Österreich tätig sind. Medizinprodukte reichen vom Herzschrittmacher über das Hüftimplantat bis hin zum Pflaster. Aufgrund der hohen Innovationskraft werden ständig neue Produkte entwickelt. Rund 100 Mitgliedsunternehmen beschäftigen ca. 9.000 Mitarbeiter und die Wertschöpfung beträgt über 1,6 Mrd. Euro.


Mag. Gracia Geisler
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
AUSTROMED – Interessensvertretung der Medizinprodukte-Unternehmen
T +43 1 877 70 12-13, gracia.geisler@austromed.org

Weitere Informationen zum Unternehmen/zur Institution

Nach Volltext in allen Meldungen der Gesundheitwirtschaft suchen: