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VAMED-Reha Kapfenberg stellt steirischen Athleten bei der „Cybathlon“-Weltpremiere in der Schweiz.

27.09.2016 von VAMED AG

ETH Zürich lädt zum weltweit ersten roboterunterstützten Wettkampf für Sportler mit schweren Behinderungen – Ex-Naturbahnrodler für Team der TU Graz am Start

In der Schweiz, in Zürich, findet in zwei Wochen der erste internationale Cybathlon statt. Menschen mit schweren körperlichen Handicaps messen sich dabei zum ersten Mal mit neuester Prothetik-Technologie und robotergestützten Assistenzsystemen im sportlichen Wettbewerb. Für das Team „Mirage 91“ der TU Graz geht dabei der frühere Sportdirektor des österreichischen Nationalteams im Naturbahn-Rodeln, Gerhard Kleinhofer, an den Start.

Kleinhofer ist nach einem schweren Schlaganfall vor zwei Jahren motorisch stark eingeschränkt. Beim Cybathlon wird er mittels eines Brain-Computer Interfaces alleine durch die Kraft seiner Gedanken eine Figur am Computer in einem virtuellen Rennen über einen Hindernis-Parcours steuern. Im neurologischen Therapiezentrum der VAMED in Kapfenberg, wo sich Kleinhofer in den vergangenen Monaten intensiv auf den Wettbewerb vorbereitet, haben am Donnerstag die letzten Vorbereitungen stattgefunden.

Das Team „Mirage 91“ der TU Graz geht an den Start
Primarius Dr. Matthias König, ärztlicher Direktor des Neurologischen Therapiezentrums Kapfenberg (NTK) ist überzeugt, dass Gerhard Kleinhofer der ideale Pilot für diesen Wettbewerb ist. Die VAMED hat das BCI Racing Team unter der Leitung von Univ. Prof. Dipl. Ing. Dr. techn. Gernot Müller-Putz vom Institut für Neurotechnologie der TU Graz bei der Suche nach dem bestgeeigneten Piloten unterstützt. „Gerhard Kleinhofer haben wir nominiert, weil er ein Wettkampf-Mensch ist und als ehemaliger Naturbahnrodler nach wie vor über ein unglaubliches Bewegungsgefühl verfügt. Das kommt ihm sehr zugute“, so König.

Im BCI Race müssen die Athleten gezielt daran denken, wie sie Hände oder Füße bewegen, wie sie singen oder Kopfrechnen. Die dadurch ausgelösten Gehirnströme werden gemessen und steuern so eine Computerfigur über einen virtuellen Parcours. Kleinhofer hat bereits in den Trainings laufend neue Bestzeiten erzielt. Der Vater eines vierjährigen Sohnes aus Gußwerk nahe Mariazell (Bezirk Bruck-Mürzzuschlag) hat sich durch die Rehabilitation mit Hochdruck wieder ins Leben zurückgekämpft.

Durch das Brain-Computer Interface wird es zukünftig möglich sein, einen elektrischen Rollstuhl, einen Computer oder andere Geräte zu bedienen, ohne eine Taste zu drücken. Gerhard Kleinhofer kann seine Finger etwas bewegen und somit seinen Rollstuhl selbständig steuern oder auch SMS versenden. „In der Rehabilitation kann das BCI-Training in diesem Fall dabei helfen, durch die gezielte Stimulationstechniken gelähmte Extremitäten systematisch so weit zu trainieren, dass der Betroffene sie wieder funktionell einsetzen kann“, erläutert König.

74 Athleten aus 25 Ländern beim erste Cybathlon – Hauptsponsor VAMED
Zum ersten internationalen bionischen Kräftemessen am 8. Oktober in der Swiss Arena in Zürich Kloten haben sich 74 Athleten in 59 Teams aus 25 Ländern angemeldet. Das BCI Race ist eine von sechs unterschiedlichen Disziplinen, in denen die Teams gegeneinander antreten. Technologien, die man früher nur aus Science Fiction-Filmen kannte, machen hier den Schritt aus der Fantasie und dem Labor in die Wirklichkeit. Piloten mit vollständiger Beinlähmung überwinden mit Hilfe von Exoskeleten eine Hindernis-Bahn, Athleten mit Rückenmarksverletzungen bestreiten Fahrradrennen dank elektrischer Muskelstimulation und Sportler, die durch Krankheit oder einen Unfall Extremitäten verloren haben, treten mit Roboterhand oder Beinprothese in Alltagsdisziplinen zum Geschicklichkeitswettkampf an.

Wie die olympischen und paralympischen Spiele soll auch der Cybathlon in Zukunft alle vier Jahre stattfinden. Im Gegensatz zu den vor kurzem in Rio zu Ende gegangenen Paralympics steht beim Cybathlon jedoch nicht die sportliche Höchstleistung, sondern die optimale Verbindung von robotischen Hilfsmitteln und deren Anwendern im Vordergrund. Ziel der Veranstaltung ist es, den internationalen Austausch in der Entwicklung neuartiger, alltagstauglicher Assistenztechnologien zu fördern und die Barrieren zwischen Menschen mit Behinderungen, der Öffentlichkeit und den Technologieentwicklern weiter abzubauen.

Die VAMED, einer der führenden privaten Reha-Anbieter in Österreich, unterstützt diese internationale Veranstaltung. Aktuell betreibt die VAMED 15 Rehabilitationskliniken (12 in Österreich, 2 in der Schweiz und 1 in Tschechien). Sieben davon beschäftigen sich mit neurologischer Rehabilitation. Mit ihren Kliniken hat sich die VAMED nicht nur bestmöglicher Betreuung und Therapie auf höchstem Niveau verpflichtet, sondern auch zu Innovationen und zur Entwicklung von neuen Ansätzen in der Rehabilitation von internationalem Renommee.

Die Zukunft von Brain-Computer Interfaces
BCIs der Zukunft können körperliche Funktionen ersetzen, wiederherstellen, verbessern und erweitern. „Das beginnt bei der Fähigkeit zu kommunizieren, geht über Muskel- und Nervenstimulation bis hin zur gesteigerten Aufmerksamkeitskapazität“, sagt Gernot Müller-Putz. Er leitet das Institut für Neurotechnologie der TU Graz, hat das Studierendenteam Mirage 91 ins Leben gerufen und ist ein international anerkannter BCI-Experte, der für die EU die BCI Roadmap federführend ausgearbeitet hat.
Diese Roadmap gilt als Orientierungshilfe für Forschungsförderstellen und gibt einen Überblick über den Stand der Dinge und die BCI-Trends. Im Jahr 2025 wird es ein breites Spektrum an gehirngesteuerten Anwendungen geben – laut BCI-Roadmap standardmäßig in der medizinischen Behandlung und Therapie und im persönlichen Gesundheitsmonitoring. „Der Cybathlon ist für ein Team wie Mirage 91 eine großartige Möglichkeit, sich mit anderen BCITeams zu messen und voneinander zu lernen. In der Erforschung und Weiterentwicklung von BCI-Anwendungen sind uns Kooperationspartner wie das Neurologische Therapiezentrum Kapfenberg und die VAMED eine unverzichtbare Hilfe“, betont Müller-Putz.

Über die VAMED AG
Die VAMED wurde im Jahr 1982 gegründet und hat sich seither zum weltweit führenden Gesamtanbieter für Krankenhäuser und andere Einrichtungen im Gesundheitswesen entwickelt. In 78 Ländern auf vier Kontinenten hat der Konzern bereits 760 Projekte realisiert. Das Portfolio reicht von der Projektentwicklung sowie der Planung und der schlüsselfertigen Errichtung über Instandhaltung, technische, kaufmännische und infrastrukturelle Dienstleistungen bis hin zur Gesamtbetriebsführung in Gesundheitseinrichtungen. Die VAMED deckt mit ihrem Angebot sämtliche Bereiche der gesundheitlichen Versorgung von Prävention und Wellness über die Akutversorgung bis zur Rehabilitation und Pflege ab. Darüber hinaus ist die VAMED führender privater Anbieter von Rehabilitationsleistungen und mit VAMED Vitality World der größte Betreiber von Thermen- und Gesundheitsresorts in Österreich. Im Jahr 2015 war die VAMED Gruppe weltweit für rund 17.200 Mitarbeiter und ein Geschäftsvolumen von 1,6 Milliarden Euro verantwortlich.

Rückfragehinweis VAMED:
Mag. Ludwig Bichler, MBA
Konzernsprecher VAMED AG
Tel.: +43 1 60127 615
E-Mail: presse@vamed.com

Rückfragenhinweis TU Graz:
Mag. (FH) Susanne Eigner
Stv. Pressesprecherin Technische Universität Graz
Mobil: + 43 664 60 873 6066
E-Mail: susanne.eigner@tugraz.at
www.tugraz.at

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