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Ergebnisse Cochrane Colloquium

12.10.2015 von N

23. Cochrane Colloquium: Innovative Medizin gegen die Studienflut

1.300 Gesundheitsexperten aus 60 Ländern folgten der Einladung der Donau-Universität Krems nach Wien.

Am 7. Oktober ging das 23. Cochrane Colloquium nach fünf Tagen in Wien erfolgreich zu Ende. 1.300 Wissenschaftler aus 60 Ländern stellten innovative Ansätze vor, wie Ärzte trotz der unbewältigbaren Flut an medizinischen Studien am neuesten Stand bleiben können. In zahlreichen Vorträgen und Workshops diskutierten die Forscher zudem, wie Mediziner und Patienten leichter an unabhängige, wissenschaftlich gesicherte Gesundheitsinformationen gelangen können. Der Kongress wurde von Cochrane Österreich und der Donau-Universität Krems organisiert.

Über 500 klinische Studien erscheinen wöchentlich neu, im Vergleich zu 1980 hat sich die Zahl verfünffacht. Es gibt über 25.000 medizinische Fachjournale. Mediziner und Patienten können diese Informationsberge nicht lesen, um immer auf dem aktuellsten Stand zu bleiben. Das internationale Forschungs-Netzwerk Cochrane hilft, diese Studienflut zu filtern. Hinter der Non-Profit-Organisation stehen 37.000 Mediziner, welche die Ergebnisse aus den besten Studien nach strengen wissenschaftlichen Kriterien in Übersichtsarbeiten zusammenfassen.

„Auf der Suche nach Antworten auf die Frage wie die Informationsflut für Patienten und Ärzte sinnvoll gefiltert werden kann, sind wir wieder einen bedeutenden Schritt vorangekommen. Der Kongress zeigt, wie wichtig der wissenschaftliche Austausch ist, um neue Impulse für die tägliche Arbeit der Ärzte zum Wohle der Patienten zu setzen. Die Auswahl von Cochrane Österreich an der Donau-Universität Krems als Veranstalter des heurigen Colloquiums, ist eine Bestätigung und Anerkennung für die hohe Qualität der Forschung und Lehre in Niederösterreich“, erklärt NÖGUS-Vorsitzender LH-Stv. Mag. Wolfgang Sobotka in seiner Rede im Rahmen der Abschlussfeier.

„Auch im Gesundheitsbereich kämpfen wir mit einer Informationsflut. Aus dieser objektive und neutrale Fakten herauszufiltern, ist für Ärzte, Forscher und politische Entscheidungsträger mittlerweile eine große Herausforderung. Unabhängige, wissenschaftlich gesicherte Informationen sind aber für Transparenz und Qualität im Gesundheitsbereich essentiell. Cochrane leistet hier einen wertvollen und wichtigen Beitrag“, betont die Wiener Gesundheitsstadträtin Mag. Sonja Wehsely.

Computer-Programme im Kampf gegen die Datenflut
Eine wichtige Rolle wird hier zukünftig künstliche Intelligenz spielen. Ärztliche Rechercheteams benötigen heute noch Wochen bis Monate, um aus der Flut an wissenschaftlichen Studienergebnissen zu einer einzigen Krankheit die beste Therapie zu finden. Künftig werden Supercomputer diese Aufgabe innerhalb weniger Minuten erledigen. Dass dies ansatzweise schon funktioniert, zeigt etwa IBM am Colloquium anhand seines Großrechners „Watson“. Schon heute lassen sich Computer als „Spamfilter“ für wissenschaftliche Publikationen einsetzen, um relevante von nicht relevanten Studien zu trennen.

Computerunterstützte Systeme und Datenbanken werden auch mithelfen, dass Behandlungs-Richtlinien für Ärzte automatisch online aktualisiert werden, sobald es neue Studienergebnisse gibt. Aktuell vergehen etliche Jahre, bis neue medizinische Erkenntnisse in den Behandlungsalltag einfließen. So können Mediziner ganz einfach am neuesten Stand bleiben.

Konferenz bricht alle Rekorde
Die Donau-Universität Krems hat mit dem Cochrane Colloquium einen weiterer Meilenstein auf dem Weg zu einer wichtigen Einrichtung nicht nur in der Weiterbildung, sondern auch in der Forschung, gesetzt. Das Team rund um Dr. Kylie Thaler und Univ.-Prof. Dr. Gerald Gartlehner organisierte ein beeindruckendes Programm: 164 Workshops mit über 650 international anerkannte Vortragenden, 708 Abstracts und 280 wissenschaftliche Poster.

„Wir sind stolz, das Cochrane Colloquium erstmals nach Österreich geholt zu haben. Für uns war es ein spannender Austausch und die hier geborenen Ideen, werden dazu beitragen, die Gesundheitsversorgung in vielen Punkten zu verbessern“, so Dr. Kylie Thaler, MPH und Univ.-Prof. Dr. Gerald Gartlehner abschließend.

Foto (Krisztian Juhasz/viennamotion.at):
vlnr. Gerald Gartlehner, Direktor Cochrane Österreich, Kylie Thaler, Stellv. Direktorin Cochrane Österreich, Sonja Wehsely, Wiener Stadträtin für Gesundheit und Soziales, LH-Stv. Wolfgang Sobotka, NÖGUS Vorsitzender


Rückfragen:
Mag. Jörg Wipplinger
Department für Evidenzbasierte Medizin
und Klinische Epidemiologie
Donau-Universität Krems
Tel.: 02732-893 DW 2924
E-Mail: joerg.wipplinger@donau-uni.ac.at

Mag. Elena Steinmaßl, MSc
NÖ Gesundheits- und Sozialfonds
Tel.: 0664/836 66 40
E-Mail:elena.steinmassl@noegus.at

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