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Krebs: Die Grundlagen für neue Therapien

17.09.2015 von CBmed - Center for Biomarker Research in Medicine

Krebs: Die Grundlagen für neue Therapien

Das K1-Kompetenzzentrum für Biomarkerforschung in der Medizin, CBmed, startete im Jänner 2015 seinen operativen Betrieb. Die ersten Projekte laufen auf Hochtouren, im Forschungsfeld Krebs wird unter anderem die Rolle des Immunsystems bei der Krebs-Entstehung und -Bekämpfung unter die Lupe genommen.

„Die Rolle des menschlichen Immunsystems bei der Entstehung von Krebs und in der Krebsbekämpfung ist viel wichtiger als angenommen. So zeigen aktuelle Untersuchungen, dass man am Verhalten des Immunsystems die Entwicklung des Krebses voraussagen kann und es wird intensiv daran geforscht, ob das Verhalten des Immunsystems nicht viel wichtiger ist im Fortschreiten der Krankheit als die Mutation der Krebszellen selbst“, erläutert Univ.-Prof. Dr. Thomas Pieber, der wissenschaftliche Geschäftsführer (CSO) von CBmed, die Grundfragen der Forschung.

Vor Kurzem gestartet ist ein Projekt mit dem niederländischen Unternehmen Amarna Therapeutics. „Dabei geht es um die Modifizierung des Immunsystems, d.h. darum, das Ansprechen des Immunsystems auf unterschiedliche Krebsarten zu verbessern. Hier braucht man Hochsicherheits-Labors, in denen menschliche Zellen genetisch verändert werden und dann wird untersucht, wie das Immunsystem auf Krebszellen wirkt“, erklärt Assoz.-Prof. Dr. Armin Gerger, Area-Leiter zum Thema Krebs am CBmed.

Gerger weiter: „Projekte im Area Cancer untersuchen die Heterogenität von Krebserkrankungen, Krebsprogression und Metastasen sowie Mechanismen für intrinsische und erworbene Therapieresistenz und umfassen einen vollständigen Workflow von der Biomarker-Erforschung bis zur Validierung.“ Sogenannte „liquid biopsies“, also die Detektion von zirkulierenden Tumorzellen und zirkulierender Tumor-DNA aus Blut als prognostische und prädiktive Biomarker, sind der Fokus mehrerer Area-Cancer-Projekte und werden intensiv beforscht. Diese Projekte am CBmed nutzen Datenanwendungen und Technologie-Plattformen aus dem Area „Data & Technologies“ und sind eng mit Projekten aus dem Area „Metabolism & Inflammation“ mit dem Ziel einer umfassenden Sicht auf Biomarker und deren Bearbeitung vernetzt.

„Eng verflochten mit dem Area ‚Metabolism & Inflammation‘ sind auch die Themen Fettleibigkeit, Typ-2-Diabetes, nicht-alkoholische Fettleber und Leberzirrhose, die alle mit einem erhöhten Risiko an Krebserkrankungen einhergehen“, berichtet Prof. Pieber. „Im Gegensatz dazu erhöhen Krebserkrankungen und systemische Tumortherapien an sich das Risiko für Infektionskrankheiten und einen gestörten Glukosemetabolismus. Daher ist die intensive Interaktion zwischen den Areas Cancer und Metabolism & Inflammation in Hinblick auf potentielle gemeinsame Biomarker so wichtig.“

Spitzenforschung mit internationalen Partnern
Vor Kurzem gestartet ist auch ein Projekt mit Eli Lilly, in dem anhand eines Maus-Modells ein „Avatar-System“ aufgebaut wird. Dabei werden spezielle Krebszellen in Mäusen gezüchtet und die Forscher können dort die Wirksamkeit neuer Krebsmedikamente ebenso untersuchen wie auch nach Biomarkern Ausschau halten, die das Therapieansprechen vorhersagen sollen. Gemeinsam mit Merck wird wiederum zu den Spätformen von Krebs und entsprechenden Therapiemöglichkeiten geforscht.

„Es ist schon sehr erfreulich, dass wir mit großen internationalen Unternehmen wie Eli Lilly, Merck, BD Becton Dickinson und bspw. auch Amarna Kooperationsverträge abschließen und mit der Umsetzung der gemeinsamen Forschungsprojekten beginnen konnten“, freut sich der wirtschaftliche Geschäftsführer (CFO) von CBmed, Ing. Robert Fasching. Am CBmed sind mehr als 30 Industrie- und 20 wissenschaftliche Partner beteiligt. Allein von Industrie-Seite wurden seit dem Start im Jänner 2015 Forschungsgelder in der Höhe von mehr als 14 Millionen Euro zugesagt.

Bildtext: Krebsforschung auf internationalem Spitzenniveau © CBmed

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