SCHAUFENSTER

Neues aus der Gesundheitswirtschaft

<< zurück

Marktplatz Inklusion auf der REHAB 2015

04.02.2015 von Karlsruher Messe- und Kongress GmbH (KMK)

Wie kann Inklusion gelingen?

REHAB stellt Vorzeigeprojekte auf dem Markplatz Inklusion vor: Drei Beispiele von rund 30 ausgewählten Beiträgen

Das Bundesteilhabegesetz ist ein erster Schritt auf einem langen Weg zu einer inklusiven Gesellschaft. Auf der 18. Internationalen Fachmesse für Rehabilita-tion, Therapie und Prävention von 23. bis 25. April 2015 werden in der Messe Karlsruhe zum ersten Mal Inklusionsprojekte auf einem eigenen Marktplatz vorgestellt: Ob Bühnenshow, Diskussionsrunde, Gastronomie oder Standprä-sentation – Besucher treffen hier auf Vorzeigeprojekte, die eine Fachjury sorg-fältig aus den eingegangenen Bewerbungen auswählte. Rund 30 Projektträ-ger zeigen an drei Tagen wie Inklusion in unterschiedlichen gesellschaftlichen Handlungsfeldern aussehen kann. So stellt der PRIMA Verein für nachhaltige Konzepte e.V. sein „HEIMATmobil“ vor, der Rallye Club Böblingen e.V. das Projekt „Motorsport und Inklusion“ und die Jugendfeuerwehr Rheinland-Pfalz ein Patensystem für Kinder und Jugendliche mit Behinderung. Auf der REHAB 2015 finden Besucher zahlreiche Mut machende Beispiele, erhalten wertvolle Tipps und treten mit Ansprechpartnern in direkten Kontakt. Nähere Informatio-nen sind unter www.rehab-karlsruhe.de nachzulesen.

HEIMAT – Ein Imbisswagen als Inklusionsprojekt
Mit Leib und Seele: Sandra Engelhardt und Johannes Herzing, die beiden Gründer des PRIMA Verein für nachhaltige Konzepte e.V., haben ihr Her-zensprojekt „HEIMAT“ genannt: Auf Stadtfes-ten und Festivals rund um Nürnberg ist seit Sommer 2014 ein pastellfarbener Imbisswa-gen zu sehen. Er trägt die Aufschrift HEIMAT. 20 freiwillige Mitarbeiter und 20 Menschen mit Behinderung im Alter von 16 bis 60 Jahren verkaufen im HEIMATmobil individuelle und liebevoll-belegte Brote. Zur Auswahl stehen verschiedene Brotsorten, Chutneys, Aufstri-che und Toppings. Ein Menüzettel zum Ankreuzen vereinfacht die Kommuni-kation zwischen Kunde und Verkäufer.

„Im Alltag gibt es zu wenige Berührungspunkte zwischen Menschen mit und ohne Behinderung“, so Engelhardt. „Mit dem Imbisswagen haben wir die Möglichkeit, mitten in das alltägliche Leben vieler Menschen zu kommen und Begeg-nungen auf Festivals, mit einer breiten Zielgruppe zu ermögli-chen.“ Das HEIMATmobil ist ein Ort der Begegnung, die „na-türlich“ und nicht „inszeniert“ ist. Hier verbinden sich Inklusion mit Lifestyle, Genuss und Spaß. Die Mitarbeiter mit Behinde-rung freuen sich nicht nur über ihren Lohn: „Es gibt ihnen ein gutes Selbstwertgefühl. Der große Moment ist der, wenn sie die Brote heraus-reichen“, Johannes Herzing.

Motorsport und Inklusion beim Rallye Club Böblingen e.V.
Mit Vollgas in die Inklusion: Gemeinsam Spaß haben auf der Rennstre-cke lautet das Motto des Rallye Club Böblingen e.V.. Ein Kartanhänger für Kinder mit Handicap war die zündende Idee, um Inklusion im Motor-sport zu ermöglichen. Der Tüftler und Projektleiter, Markus Berg, kon-struierte diesen Anhänger. Kinder mit Behinderung können so, sicher angeschnallt, mit dem Kind im Zugfahrzeug durch die Pylonen fahren und das „Rennfeeling“ hautnah miterleben. Beide Kinder entscheiden gemein-sam über Geschwindigkeit, Anzahl der Runden und verständigen sich durch Handzeichen. Denn ohne gemeinsame Absprache funktioniert es nicht. Das Projekt traf auf Anhieb auf große Begeisterung und wird regelmäßig in Zu-sammenarbeit mit der Lebenshilfe Böblingen und Sindelfingen Bodelschwingh-Schule sowie der Käthe-Kollwitz-Schule veranstaltet.

Jugendfeuerwehr Rheinland-Pfalz auf Inklusionskurs
Wasser marsch: Welches Kind träumt nicht davon, einmal Feuerwehrmann oder Feuerwehrfrau zu werden? So ging es auch Christopher Zill, Mitarbeiter des Projekts „Jugendfeuerwehr auf Inklusionskurs“ der Jugendfeuerwehr Rheinland-Pfalz. Er stottert und hatte als Jugendlicher deshalb große Beden-ken in die Jugendfeuerwehr seines Orts einzutreten. Doch als er als 16-Jähriger einen Brand miterlebte und sah, wie Passanten nicht handelten und halfen, stand für ihn der Entschluss fest, sich in der Jugendfeuerwehr zu en-gagieren – Handicap hin oder her. Seine Kameraden nahmen ihn freund-schaftlich auf, seine Einschränkung spielte für sie keine Rolle. „Ich erlebe sel-ber, was es heißt, ein Teil der großen Kameradschaft innerhalb der Feuerwehr zu sein, da ich heute auch noch im aktiven Dienst tätig bin“, so Zill.

Seit 2014 bietet die Jugendfeuerwehr Rheinland-Pfalz ein Inklusionsprojekt an. Im November starteten die Coachings an drei Modellstandorten mit der Aus-bildung von Paten und der Schulung von Jugendfeuerwehrwarten. Ab Februar 2015 unterstützen sie Jugendliche mit Beeinträchtigung bei der Teilnahme an Feuerwehrübungen. Kinder und Jugendliche sollen so für die Wertschätzung und Anerkennung von Vielfalt sensibilisiert werden und mit der Übernahme einer Patenschaft lernen, Verantwortung zu übernehmen. Mit Hilfe ihrer Paten werden Jugendliche mit Handicap in die Gemeinschaft integriert und profitie-ren von deren Wissen.

Jury-Mitglieder
Eine siebenköpfige Jury wählte die Beiträge für den Marktplatz Inklusion aus den Bewerbungen aus. Jury-Mitglieder sind Barbara Bihler (EFI Eltern und Freunde für Inklusion e.V. Karlsruhe), Annette Diringer (Reha-Südwest für Behinderte gGmbH), Jörg Kreuzinger (Sozial- und Jugendbehörde, Stadt Karlsruhe, Informations- und Beratungsstelle der Eingliederungshilfe für be-hinderte Menschen), Margit Kundrus (Stellvertretende Vorsitzende des Beirats für Menschen mit Behinderungen Karlsruhe), Andrea Sauermost (Lebenshilfe Karlsruhe, Ettlingen und Umgebung e.V.), Jutta Stallbommer (Amt für Versor-gung und Rehabilitation – Sozialplanung für behinderte Menschen, Landrats-amt Karlsruhe) und Eberhard Strayle (Geschäftsstelle des Beauftragten der Landesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen).

Weitere Informationen zum Unternehmen/zur Institution

Nach Volltext in allen Meldungen der Gesundheitwirtschaft suchen: