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Paradigmenwechel in der Krebsmedizin

11.01.2015 von HIMSS Europe GmbH

Paradigmenwechel in der Krebsmedizin

Der eHealth Summit Austria, Österreichs nationaler jährlicher eHealth Event, findet am 18. und 19. Juni 2015 im Schloss Schönbrunn Apothekertrakt in Wien statt. Er stellt die bereits dritte Auflage der erfolgreichen Zusammenarbeit von HIMSS Europe mit AIT, UMIT, OCG und ÖGBMT dar.

Wir freuen uns sehr, dass Prof. Dr. Otmar Wiestler, Vorstandsvorsitzender und Wissenschaftlicher Stiftungsvorstand des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg und designierter Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft, zugesagt hat, die Eröffnungs-Keynote des eHealth Summits Austria am 18. Juni 2015 in Wien zum Konferenz-Schwerpunkt „Gesundheit neu denken – personalized health" zu halten.

Unter dem Titel „Aktuelle Herausforderungen der Medizinischen Informatik für die personalisierte Gesundheitsversorgung" wird Univ.-Prof. Dipl.-Ing. DDr. Wolfgang Dorda, emeritierter Professor der Medizinischen Universität Wien den zweiten Kongresstag am 19. Juni eröffnen.

Die Anmeldung zum eHealth Summit Austria eröffnet bereits im Januar! Frühbucherrabbatt noch bis zum 30. April 2015.

Prof. Dr. Otmar Wiestler im Gespräch...

Prof. Wiestler, wo liegen die Vorteile einer personalisierten Medizin?

Die personalisierte Medizin baut auf einer ganz einfachen Idee auf: Wenn wir verstehen, welche Veränderungen in einer Zelle ursächlich dafür verantwortlich sind, dass der Krebs sich entwickelt, dann können wir versuchen, gegen diese Veränderung ganz gezielt Medikamente und Behandlungsverfahren zu entwickeln. Solche gezielt wirksamen, neuen Substanzen verordnet man nur, wenn nachgewiesen ist, dass bei den betroffenen Patienten die Veränderung in den Krebszellen wirklich da ist. Da die krebsrelevanten Veränderungen sich bei einzelnen Patienten erheblich unterscheiden, ist hier eine individuelle Behandlung möglich.

Das ist ein erheblicher Wechsel in der Krebsmedizin, die bisher ja vor allem auf den drei Verfahren Chirurgie, Bestrahlung und Chemotherapie aufbaut: Wir operieren den Tumor, wenn immer möglich, und wenn der Tumor bösartig ist oder nicht komplett entfernt werden kann, schließt man eine Bestrahlung oder eine Chemotherapie mit wachstumshemmenden Medikamenten an. Aber weder die Bestrahlung noch die Chemotherapie ist natürlich maßgeschneidert auf den Krebs, sie treffen jede Zelle, die wuchert oder sich teilt. Die zielgerichteten Medikamente dagegen greifen direkt an der nachgewiesenen Veränderung an, die nur in den Krebszellen vorhanden ist. Das ist die Grundidee.

Sehen Sie auch Risiken der personalisierten Medizin? Welche ethischen Fragen müssen geklärt werden? Was ist mit dem Datenschutz?

Gerade bei den umfangreichen Erbgutuntersuchungen sind Ethik und Datenschutz natürlich große Themen. Das nehmen wir in Heidelberg mit dem EURAT-Kodex auch sehr ernst. Ich glaube aber, der Nutzen für die Medizin ist so groß und so offensichtlich, dass er bei weitem die Risiken überwiegt, wenn man diese unter Kontrolle hält. Die Patienten haben nur einen Wunsch, sie wollen gesund werden. Unsere Verantwortung ist sicherzustellen, dass dies wirklich nur nach ganz strengen Regeln geschieht und dass wir nach menschlichem Ermessen den Missbrauch, den manche fürchten, ausschließen können.

Ist diese Art der Personalisierung von Diagnose und Behandlung denn überhaupt politisch gewollt und finanzierbar?

Jeder will eine besser wirksame, maßgeschneiderte und Erfolg versprechende Therapie. Bei uns in der Krebsmedizin ist es beispielsweise oft so, dass wir 100 Patienten mit einer bestimmten Krebsart bestrahlen oder mit einer Chemotherapie behandeln, obwohl wir wissen, dass 90 Prozent überhaupt nicht darauf ansprechen. Wir bestrahlen aber trotzdem alle, weil wir im Moment noch keine Möglichkeit haben vorauszusagen, wer zu denjenigen zählt, die profitieren, und wer nicht. Das wird sich mit den Erbgutdaten, die wir auch als Voraussage-Parameter nutzen können, ändern. Ich bin der Auffassung, wenn personalisierte Medizin wirklich wirksam ist und gezielt eingesetzt wird, ist sie langfristig die kostengünstigere Medizin.

Das komplette Interview mit Herrn Prof. Dr. Otmar Wiestler finden Sie hier.

~~Der Call for Papers ist eröffnet~~
Ihre wissenschaftlichen Beiträge aus dem Bereich können noch bis zum 31. Jänner 2015 eingereicht werden. Die diesjährigen Themenschwerpunkte finden Sie auch auf der Webseite unserer wissenschaftlichen Partnerorganisationen auf: www.ehealth2015.at
Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung und wünschen viel Erfolg!

Unter dem Schwerpunkt „Gesundheit neu denken: Personalized Health" gliedert sich das Programm des Summit wie in den vergangenen Jahren in den wissenschaftlichen Programmteil der eHealth2015 (www.ehealth2015.at), der unter der Tagungsleitung von Univ.-Prof. Dr. Elske Ammenwerth (UMIT) und Univ.-Doz Dr. Günter Schreier (AIT) mit Unterstützung von OCG und ÖGBMT organisiert wird, und in den von der HIMSS Europe getragenen, anwenderorientierten Programmteil.

PDMS Conference D.A.CH. | 17. Juni 2015 | Schloß Schönbrunn, Wien

~~NEU~~NEU~~
Die PDMS Conference Switzerland zieht um! 2015 wird dieses erfolgreiche Format als PDMS Conference D.A.CH. breiter aufgestellt und findet am 17. Juni 2015 erstmals als Pre-Conference des eHealth Summits Austria statt.

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