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PI Neue Initiative "Wund?Gesund!" für mehr Transparenz und Information im Wund-Management

07.03.2014 von Kobza Integra Public Relations GmbH

Patientenversorgung nach „state-of-the-art“ – effektiv und effizient – gefordert

Heute wurde die Initiative „Wund?Gesund! – unverzichtbar für die Wundheilung“, welche von Mitgliedern der AUSTROMED Branchengruppe Verbandstoffe im Herbst 2013 gegründet wurde, vorgestellt. Die Sprecher der Initiative, Mag. Philipp Lindinger und Gerald Gschlössl, präsentierten gemeinsam mit AUSTROMED Präsident Mag. Friedrich Thomasberger und dem Präsidenten der AWA (Austrian Wound Association), Univ.-Prof. Dr. Michael Schintler, ihre Ziele sowie Forderungen und informierten über die derzeitige Defizite der Wundversorgung in Österreich.

Forschung und Entwicklung sind im Bereich Wundversorgung ein wesentlicher Bestandteil und bilden die Basis für effizientes und innovatives Wund-Management, wodurch der Genesungsprozess beschleunigt werden kann. Damit steigert sich nicht nur das Patientenwohl um ein Vielfaches, auch hohe (Folge)Kosten können reduziert werden. Innovativ und fortschrittlich bedeutet also nicht gleich teurer. „All diese Faktoren werden jedoch bei der Auswahl der Produkte, die von den Krankenkassen rückerstattet werden, nicht immer berücksichtigt“, kritisiert AUSTROMED Präsident Mag. Thomasberger. „Die Entscheidung obliegt alleine dem Hauptverband der Sozialversicherung und wird vor allem anhand des Preises und nicht des Nutzes für die Patienten getroffen.“

Derzeit gibt es rund 6.000 Medizinprodukte im Bereich Wundversorgung auf dem österreichischen Markt. Die große Bandbreite ist essentiell für die spezifische Behandlung von Wunden und reicht vom einfachen Pflaster über hydroaktive Wundauflagen bis zur Wundunterdrucktherapie. Rund 2.100 Produkte werden über den Tarifkatalog in 158 Kategorien geführt. Etwa 1.650 Stück davon werden von den Krankenkassen bezahlt, für rund 450 Produkte werden die Kosten rückerstattet. 2014 wurden keine Innovationen vom Hauptverband aufgenommen!
Daher fordert die Initiative Wund?Gesund! eine angemessene Preisgestaltung – weg von der kurzsichtigen Stückkostenberechnung hin zu einer nachhaltigen Preispolitik – sowie mehr Anerkennung und Förderung für FTI[1]-Aktivitäten.
Innovative Wund-Produkte sind langfristig betrachtet meist kostengünstiger als konservative Produkte. Sie beschleunigen den Heilungsprozess und verkürzen die Behandlungszeit. Davon profitiert sowohl das Gesundheitssystem, als auch die österreichische Volkswirtschaft.

Im Zuge einer langfristigen Awarness-Kampagne plant die Initiative v.a. die breite Öffentlichkeit über modernes Wundmanagement aufzuklären. „Außerdem werden wir eine proaktive Bewusstseinsbildung für state-of-the-art Wundversorgung, sowohl auf politischer Ebene als auch bei Ärzten, medizinischen Personal, Krankenhausverwaltung sowie bei Patienten forcieren“, so Mag. Philipp Lindinger, Sprecher der Initiative und Geschäftsführer der AUSTROMED.

Recht der Patienten auf Mitbestimmung
Die letztlich Betroffenen, die Patienten, als auch die Behandler (Ärzte, Pflegepersonal) werden gegenwärtig über die vielfältigen Möglichkeiten einer „state-of-the-art“ Wundversorgung eingeschränkt informiert. Die Initiative Wund?Gesund! will dieses Defizit beheben und für mehr Transparenz im Bereich innovativer Wundbehandlung sorgen. „Aufklärung über Chancen und Möglichkeiten erweitert die Perspektiven und führt zu mehr Selbstbestimmung“, erklärt Gerald Gschlössl, Sprecher der Initiative und der AUSTROMED Branchengruppe Verbandstoffe. „Den Patienten muss das Recht auf Mitbestimmung und Entscheidungsfreiheit über ihre Gesundheit gewährt und von den Krankenkassen anerkannt werden.“

Rund 5% der Österreicher (ca. 400.000[2] Menschen) leiden an einer chronischen Wunde – Tendenz steigend. Jeder dieser Patienten hat ein Anrecht darauf, nicht nur ausreichend und zweckmäßig, sondern nach „state-of-the-art“, also möglichst effektiv und effizient behandelt zu werden. Insbesondere Patienten, die auf „rückerstattbare“ Produkte angewiesen sind, sollten nicht auf innovative Wundversorgung verzichten müssen.

Vermeidung von (Folge)Kosten
Eine der häufigsten Ursachen für chronische Wunden ist Diabetes. Laut Bundesministerium für Gesundheit[3] leiden 9% der Österreicher (ca. 720.000 Menschen) an Diabetes. Bei rund 6.500 dieser Patienten wird aufgrund eines diabetischen Fußsyndroms eine Amputation durchgeführt. „Ganze 40% dieser Amputationen (ca. 2.600 Patienten) wären durch eine innovative Wundversorgung vermeidbar. Die erforderlichen Mehrkosten relativieren sich durch die nicht notwendigen Kosten für die Amputationen und deren Folgebehandlungen (Rehabilitation, etc.). Nicht zu vergessen die höhere Lebensqualität für die Patienten, die materiell gar nicht messbar ist“, verdeutlicht Univ.-Prof. Dr. Michael Schintler, Präsident der AWA, anhand des Beispiels Diabetes den Ernst der Thematik.

Über die Initiative Wund?Gesund!
Die Initiative Wund?Gesund! ist ein Zusammenschluss von Medizinprodukte-Unternehmen aus dem Bereich Verbandstoffe in Österreich. Dabei vertritt Wund?Gesund! die Anliegen der Branche mit dem Ziel der Optimierung des Patientenwohls.

Foto: WundGesund Pressefrühstück_Referenten v.l.n.r.Gschlössl, Thomasberger, Lindinger

[1] FTI (Forschung, Technologie und Innovation): FTI erstreckt sich über den gesamten Innovationsprozess und bildet die Ideenfindung, F&E (Forschung & experimentelle Entwicklung), Produktionseinführung/Fertigungsaufbau sowie die Markteinführung ab
[2] Handbuch integratives Wundmanagement 2009, WGKK/GPP/Mayrhofer, S. 3
[3] Diabetesbericht 2013, Bundesministerium für Gesundheit

Rückfragehinweis:
Kobza Integra Public Relations GmbH
Mag. Sonja Sinnhuber, MAS
01 5225550-16; s.sinnhuber@kobzaintegra.at

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