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Neues aus der Gesundheitswirtschaft

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Institut HEALTH eröffnet Niederlassung in Wien

08.05.2013 von JOANNEUM RESEARCH Forschungsgesellschaft mbH

HEALTH, das Institut für Biomedizin und Gesundheitswissenschaften, ist nun auch mit einer Niederlassung in Wien vertreten. Gestern wurde das Büro im Haus der Forschung in der Sensengasse feierlich eröffnet. „Das Institut HEALTH ist ein relevanter Player in der Planung und Evaluierung von Gesundheitsleistungen. Mit unserem Büro in Wien sind wir jetzt näher bei unseren Kunden, nämlich den Entscheidungsträgern der öffentlichen Hand und der Industrie“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Thomas Pieber, Institutsdirektor. „Wir freuen uns, dass wir nun zusätzlich zu unserer Niederlassung des Zentrums POLICIES in Wien für unsere Kunden und Partner vor Ort zur Verfügung stehen“, sagt Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Pribyl, Geschäftsführer der JOANNEUM RESEARCH Forschungsgesellschaft.

Der Forschungsbereich Gesundheitswissenschaften beschäftigt sich mit der Erforschung und Begleitung von Maßnahmen zur Reformierung des öffentlichen Gesundheitswesens. Dazu gehören die Planung von Strukturen des Gesundheitswesens, Weiterentwicklung von Versorgungsprozessen, Qualität der Versorgung, Health Technology Assessment und Gesundheitsökonomie. „Als unabhängige, wissenschaftlich-objektive Forschungsinstitution ist einer der Grundsätze in unserer täglichen Arbeit eine gesamtsystemische Sichtweise. Es geht uns immer um den Gesamtnutzen in einem Gesundheitssystem“, betont DI Dr. Wolfgang Habacher, Forschungsgruppenleiter dieses Bereichs. „Als anwendungsorientierte und unabhängige Forschungsstätte sind wir die idealen Brückenbauer zwischen Industrie und öffentlicher Hand“, führt Wolfgang Habacher weiter aus.

Exemplarisch für die Leistungen dieses Forschungsbereichs sind folgende fünf Projekte genannt:
- Erstellung des „Regionalen Strukturplans Gesundheit Steiermark“ für 2008 und 2011
- Evaluierung des Disease-Managementprogramms (DMP) Diabetes in der Steiermark
- Entwicklung von Konzepten zur Versorgung von chronischen Schmerzpatienten
- Evaluierung eines innovativen Arzneimittel-Managementsystems für die AOK Hessen
- Pharmakoökonomische Analysen

Symposium zeigt Status quo des Stellenwerts der HTAs in Österreich auf

Im Rahmen der gestrigen Eröffnung fand ein Symposium Experten aus Deutschland und Österreich statt. Im Mittelpunkt stand die Frage „Objektivität der Technologiebewertung im österreichischen Gesundheitswesen – Ziel erreicht?“. Dr. Michael Kulig vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) in Berlin gab einen Überblick über die Situation in Deutschland sowie über den Stellenwert der HTAs (Health Technology Assessement; HTA befasst sich mit der systematischen Bewertung von medizinischen Technologien aus dem Gesundheitsbereich). Mag. Helga Tieben vom Verband der pharmazeutischen Industrie in Österreich (PHARMIG) stellte die Sichtweise der Technologieanbieter dar, Mag. Ingrid Rosian-Schikuta gewährte einen Einblick in die Situation in Österreich und Univ.-Prof. Dr. Andrea Siebenhofer von der Goethe-Universität in Frankfurt führte Beispiele aus dem niedergelassenen Bereich in Deutschland an.

Bei der anschließenden Podiumsdiskussion trugen auch Dr. Claudia Wild vom LBI für Health Technology Assessment in Wien, Univ.-Prof. Dr. Thomas Pieber und Dr. Wolfgang Habacher mit Erfahrungsberichten aus der Praxis zu einer lebhaften Diskussion bei. Fazit der Fragestellung:

- Health Technology Assessment und eine evidenzbasierte Evaluierung und Technologiebewertung müssen die Entscheidungsgrundlage sein. Deutschland ist in diesem Bereich einen Schritt voraus, Ansätze in Österreich sind mit der Gesundheitsreform geplant.

- In Österreich gibt es zurzeit keinen transparenten Prozess hinsichtlich der Themenpriorisierung für HTAs, der Auftragsvergabe und der Offenlegung der Ergebnisse und des darauf basierenden Entscheidungsprozesses. Diesbezüglich sind andere europäische Länder wie Deutschland und Großbritannien voraus.

- Wichtig ist auch eine Evaluierung befindlicher Arzneimittel und Gesundheitstechnologien am Markt. Produkte, die bereits vor Jahren auf den Markt gebracht wurden, sollten regelmäßig und nach wissenschaftlichen Kriterien auch auf ihren Gesamtnutzen im jeweiligen Versorgungsprozess hin evaluiert werden. Die Zahl der Neuzulassungen ist natürlich um sehr viel geringer als bereits bestehender Produkte.

HEALTH – Institut für Biomedizin und Gesundheitswissenschaften
Das Institut für Biomedizin und Gesundheitswissenschaften agiert als Bindeglied zwischen medizinischer Grundlagenforschung und industrieller Anwendung. In der engen Anbindung zur Med Uni Graz und zum LKH-Univ.Klinikum liegt der wesentliche Vorteil, um ganzheitliche Lösungen anbieten zu können.

JOANNEUM RESEARCH – die steirische Innovationsschmiede
Die JOANNEUM RESEARCH Forschungsgesellschaft mbH entwickelt Lösungen und Technologien für Wirtschaft und Industrie in einem breiten Branchenspektrum. Rund 455 Mitarbeitende der Innovationsschmiede betreiben Spitzenforschung auf internationalem Niveau an den Standorten Graz, Wien, Weiz, Hartberg, Niklasdorf und Leoben.

Weitere Informationen:
DI Dr. Wolfgang Habacher
Leiter der Forschungsgruppe eHealth und Gesundheitswissenschaften
wolfgang.habacher@joanneum.at, +43 316 876-2134

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