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Branche fordert BM Stögers Unterstützung zur Sicherung des österreichischen Medizinprodukte-Standort

26.11.2012 von AUSTROMED

Bei der AUSTROMED-Herbstveranstaltung gestern Nachmittag mit Keynote von Bundesminister Stöger sowie einer prominent besetzten Podiumsdiskussion zum Thema „Der Medizinprodukte-Standort Österreich – gesicherte Patientenversorgung!“ forderte die AUSTROMED Bundesminister Stöger auf, konkrete Maßnahmen zum Schutz des Standortes Österreich für die Medizinproduktebranche zu setzen.

Eingeleitet wurde die Veranstaltung im Tech Gate Vienna durch eine Keynote von Alois Stöger (Bundesminister für Gesundheit) zum Thema „Herausforderungen in der Gesundheitspolitik“. Die anschließende, hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion mit dem Schwerpunkt Medizinprodukte-Standort Österreich behandelte neben dem existentiellen Thema der Branche auch die damit verbundene Sicherstellung einer ausreichenden Patientenversorgung. Des Weiteren debattierten unter der Leitung der Gesundheitsjournalistin Karin Pollack (DerStandard) Bundesminister Stöger, Dr. Andrea Kdolsky (Leiterin des Geschäftsbereiches Gesundheit bei Pricewaterhouse Coopers Österreich), Mag. Peter McDonald (Obmann-Stellvertreter der SVA) sowie Mag. Friedrich Thomasberger (Präsident der AUSTROMED) zudem über die Auswirkungen der geplanten Gesundheitsreform auf Branche und Patienten und neue Ansätze im österreichischen Gesundheitssystem. Im Anschluss fand eine rege Diskussionsrunde mit den Publikum, rund 100 Gäste aus Wirtschaft, Politik und Medien sowie AUSTOMED-Mitgliedsunternehmen, statt.

Im Rahmen der Veranstaltung skizzierte Mag. Friedrich Thomasberger, Präsident der AUSTROMED, die wesentlichen Forderungen der Medizinprodukteunternehmen an Bundesminister Stöger:

Keine Koppelung der Gesundheitsausgaben an eine fiktive Steigerung des Bruttoinlandsproduktes
Keine Einführung einer Ausgaben-Obergrenze im Gesundheitsbereich
Verpflichtende Einführung von Qualitätskriterien beim Zuschlag in öffentlichen Ausschreibungen; diese müssen messbar und objektiv beurteilbar sein.

„Derzeit herrscht eine `Geiz-ist-Geil´-Mentalität mit Auswirkungen auf das Gesundheitswesen und den Medizinprodukte-Standort Österreich“, kritisiert Thomasberger.

Gesundheitsminister Alois Stöger bekräftigte hingegen in seiner Wortmeldung die Notwendigkeit einer Modernisierung des Gesundheitswesens: „Die Koppelung der Gesundheitsausgaben an das Wirtschaftswachstum ist sinnvoll und notwendig. Wir müssen mit den knappen Mitteln gut wirtschaften, damit wir das System auch für die Zukunft absichern können. Wer jetzt nicht handelt, gefährdet die künftige Gesundheitsversorgung der Österreicherinnen und Österreicher. Die Politik nimmt ihre Verantwortung wahr. Die Gesundheitsreform, an der Bund, Länder und Sozialversicherung gemeinsam arbeiten, garantiert, dass dem System jährlich 3,6% mehr an Geld zur Verfügung steht. Damit unterscheiden wir uns eklatant von anderen europäischen Staaten, die gerade im Gesundheitsbereich tiefe Einschnitte und Kürzungen machen“, so der Minister.

Zum eigentlichen Thema des „Medizinprodukte-Standortes“ erläuterte Minister Stöger: „Hochwertige Medizinprodukte sind Bestandteil einer guten medizinischen Versorgung. Das österreichische Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen leistet einen wichtigen Beitrag dazu, die Qualität der Produkte und eine sichere Anwendung für den Patienten und die Patientin zu prüfen. Als Gesundheitsminister ist es mir ein zentrales Anliegen, dass die Patientinnen und Patienten auf
hochwertige medizinische Produkte vertrauen können
. Es liegt auch in der Verantwortung der Industrie, dafür Sorge zu tragen“, so Minister Alois Stöger.

„Die Reaktion auf die neuen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts, passieren nur sehr langsam und Verschlechtern den Gesundheitsstandort Österreich zunehmend“, kritisierte Dr. Andrea Kdolsky. Für sie ist die derzeit geplante Gesundheitsreform ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, beispielsweise durch die Zusammenführung der Finanzierungsströme und klarer bundesweiter Zielvorgaben, wohnortnaher, integrierter und personalisierter Medizin sowie mehr Wettbewerb und Qualitätssicherung.
Mag. Peter McDonald, Obmann-Stellvertreter der SVA und Stellvertretender Vorsitzender der österreichischen SV-Träger betonte: „Derzeit liegt der Fokus in Österreich auf der Heilung von Krankheit bzw. auf der Reparaturmedizin. Weniger als 2 Cent jedes Euro der Gesundheitsausgaben fließen in den präventiven Bereich“, bemängelt McDonald. „Effizienzsteigerungen sollen die notwendigen Mittel für Investitionen in die Gesundheitsvorsorge und für einen rascheren Zugang von Innovationen frei machen, um den größtmöglichen Nutzen für den Patienten entfalten zu können.“

„Wir freuen uns, dass die diesjährige Herbstveranstaltung wieder auf reges Interesse gestoßen ist und wir renommierte Podiumsdiskutanten gewinnen konnten. Dies zeigt, dass die Bedeutung der Medizinprodukte-Branche für die heimische Wirtschaft mit dem ihr zukommenden Stellenwert wahrgenommen wird. Im Zuge der lebhaften Diskussion konnten wir die Herausforderungen und Ziele für uns als Interessensvertretung weiter schärfen, denen wir uns auch im kommenden Jahr mit voller Energie widmen werden“, betonte Mag. Thomasberger.

Über AUSTROMED
AUSTROMED ist die Interessensvertretung der österreichischen Medizinprodukte-Unternehmen, die in der Produktion, der Aufbereitung und dem Handel von Medizinprodukten in Österreich tätig sind. Medizinprodukte reichen vom Herzschrittmacher über das Hüftimplantat bis hin zum Pflaster. Aufgrund der hohen Innovationskraft werden ständig neue Produkte entwickelt. Rund 100 Mitgliedsunternehmen beschäftigen ca. 9.000 Mitarbeiter und die Wertschöpfung beträgt über 1,6 Mrd. Euro.

AUSTROMED- Podiumsdiskussion (v.l.n.r.): Mag. McDonald, BM Stöger, Pollack, Mag. Thomasberger, Dr. Kdolsky

Rückfragehinweis: Mag. Gracia Geisler, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit AUSTROMED – Interessensvertretung der Medizinprodukte-Unternehmen T +43 1 877 70 12-13 gracia.geisler@austromed.org www.austromed.org

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