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Moderne OP-Textilien – Patientensicherheit, Wirtschaftlichkeit & Nachhaltigkeit

07.09.2011 von Forum OP-Textilien

Mehrweg-OP-Textilien erfüllen problemlos alle relevanten Hygienenormen
- Keimfreiheit wird durch standardisierte Aufbereitungsverfahren garantiert
- Bessere thermophysiologische Eigenschaften vermindern vorzeitiges Nachlassen der Leistungsfähigkeit der OP-Teams


„Moderne Mehrwegtextilien erfüllen problemlos alle europäischen Hygienenormen und -richtlinien. Dank kontinuierlicher Verbesserungen der verwendeten Materialien und laufend überprüfter, standardisierter Aufbereitungs- und Sterilisationsverfahren sind moderne OP-Bekleidungen und OP-Abdeckungen aus Sicht der Hygiene kein potenzieller Risikofaktor. „Sie sind ein wichtiger Baustein im Multibarrierensystem der Infektionsprävention“, erklärt der führende deutsche Hygieniker Dr. Klaus-Dieter Zastrow vom Berliner Institut für Hygiene und Umweltmedizin. OP-Textilien sind Medizinprodukte und unterliegen strengsten Vorschriften und einem rigiden Kontrollsystem, und dieses sorgt bei Mehrweg- wie Einwegprodukten dafür, dass höchste Hygienestandards erreicht werden. „Kein Patient muss sich auch nur die geringsten Sorgen machen, dass durch normgerechte OP-Textilien Keimbelastungen und Infektionsrisiken entstehen,“ sagt Zastrow.

Als Entscheidungskriterium für Mehrweg- oder Einwegsysteme sei dieser Aspekt daher nicht relevant, so Zastrow. Kaum Unterschiede gäbe es auch bei der Schutzwirkung von genormten OP-Textilien („Barrierewirkung“ gegen Bakterien und Viren), umso größer seien die Unterscheide hingegen im Hinblick auf die thermophysiologischen Eigenschaften von Mehrweg- und Einwegprodukten.

Wie stark sich diese in der Operationspraxis auswirken, zeigen aktuelle Studien zur Leistungsfähigkeit von Ärzten und Operationsteams in Abhängigkeit von der Wahl verschiedener Bekleidungssysteme. „Je besser die thermophysiologischen Eigenschaften sind“, so Zastrow, „desto geringer ist der Temperaturanstieg beim Träger und das verlängert die körperliche Belastbarkeit. Bei ungünstigen thermophysiologischen Eigenschaften hingegen kommt es zu Unwohlsein, Wärmestress und vorzeitigen Konzentrationsmängeln.“

Diese Unterschiede wirken sich signifikant auf die Leistungsfähigkeit der OP-Teams aus, wie eine im Sommer 2011 veröffentlichte Studie des Forschungsinstituts Hohenstein belegt. Bei der Verwendung von Mehrweg-OP-Kleidung wurden kürzere Reaktionszeiten auf optische und akustische Reize sowie eine geringere Fehlerquote festgestellt.
Zastrow: „Bei kleinen Eingriffen mag dies nicht so bedeutsam sein, aber bei längeren oder mehreren aufeinander folgenden Operationen sind Konzentrations- und körperliche Leistungsfähigkeit ein wesentlicher Parameter zum Gelingen einer Operation.“

Auch im Hinblick auf den aktuellen Trend, dass für Standardoperationen aus Kostengründen immer häufiger vorgefertigte Sets mit der entsprechenden Anzahl an Abdecktüchern, Handtüchern und OP-Mänteln verwendet werden, ortet Zastrow Vorteile bei den Mehrwegtextilien. „Mehrwegtextilien werden on-time geliefert und daher können individuelle Wünsche der Operateure rasch durch Änderungen der Sets berücksichtigt werden. Bei OP-Textilien, die meist in außereuropäischen Produktionsstätten zusammengestellt und in großen Chargen bestellt werden, besteht diese Möglichkeit oft nicht.“

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