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Neues aus der Gesundheitswirtschaft

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Krankheitsquelle Hand

02.09.2011 von SCA Hygiene Products GmbH

400.000 bis 600.000 – so viele Patienten stecken sich nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums zufolge jedes Jahr in deutschen Kliniken mit Krankheitserregern an. 30.000 Mal geht in Deutschland eine Infektion mit Krankenhauskeimen sogar tödlich aus, so eine Schätzung dreier Verbände des Gesundheitswesens*.

Diese Zahlen sind eindeutig zu hoch. Daher hat die Bundesregierung am 8. Juni 2011 eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes auf den Weg gebracht. Der Auftrag an das Gesundheitswesen ist deutlich: Die Bundesregierung wünscht mehr Eigenverantwortung.

Die Landesregierungen sollen die Krankenhaushygiene künftig per Rechtsverordnung regeln. Dadurch werden nun alle Länder zum Handeln gezwungen – bisher gibt es nur sieben Krankenhaushygiene-Verordnungen: in Bayern, Baden-Württemberg, Berlin, Bremen, Nordrhein-Westfalen, im Saarland und in Sachsen. „Es wird klar geregelt, dass die Krankenhäuser und andere relevante Einrichtungen dem Auftreten von nosokomialen Infektionen und resistenten Erregern eigenverantwortlich nachgehen und die nötigen Konsequenzen ziehen müssen“, kündigt das Bundesgesundheitsministerium an.

Das bedeutet aber nicht automatisch große Investitionen und Aufwand: „Mit verbesserter Compliance in der Händehygiene und gezieltem Gebrauch von Händedesinfektionsmitteln kann die Rate nosokomialer Infektionen um bis zu 40 Prozent gesenkt werden“, schreiben die Mediziner und Hochschullehrer Günter Kampf (Bode Chemie), Harald Löffler (Universität Greifswald) und Petra Gastmeier (Charité Berlin) in ihrer Literaturstudie „Händehygiene zur Prävention nosokomialer Infektionen“.

Und warum sind so signifikante Verbesserungen möglich? Weil es mit der Hygiene hapert: „Leider ist die Compliance in der Händehygiene mit durchschnittlich 50 Prozent insgesamt schlecht, das heißt: Im Schnitt wird jede zweite erforderliche Händedesinfektion unterlassen“, heißt es in der Studie. Die drei Autoren propagieren eine Mischung aus Händewaschen und Händedesinfektion: Das Waschen dient dazu, sichtbare Verschmutzungen zu entfernen und ist zudem vor Arbeitsbeginn, nach Arbeitsende sowie nach dem Besuch der Toilette sinnvoll. Bei nahezu allen Tätigkeiten an den Patienten empfehlen sie eine Händedesinfektion.

Drei Hauptfaktoren für gute Compliance nennen Kampf, Löffler und Gastmeier: Schulung, das vorbildliche Verhalten von Chef- und Oberärzten – und die Bereitstellung von Händedesinfektionsmitteln überall dort, wo sie gebraucht werden.

Der richtigen Ausstattung der Waschräume und Waschstationen kommt damit eine zentrale Funktion für die Verbesserung der Krankenhaushygiene zu. Hochwertige Produkte wie Desinfektionsmittel, Papierhandtücher, Seifen und die darauf abgestimmten Spender helfen dabei, hohe Standards einzuhalten. Wo das Verbrauchsmaterial in geschlossenen Spendern vor Verschmutzung geschützt wird und wo jeder Nutzer nur das Verbrauchsmaterial berührt, das er selbst verbraucht, da haben Kreuzkontaminationen keine Chance. Das richtige Verbrauchsmaterial unterstützt die Nutzer: Beispielsweise saugen hochwertige Papierhandtücher die Feuchtigkeit besser auf und sorgen dafür, dass die Hände schneller und gründlicher trocknen – sodass kein feucht-warmes Milieu entsteht, in dem Keime besonders gut gedeihen. Intelligente Details wie versiegelte Seifenflakons und Einmalpumpen grenzen Keime zusätzlich aus. Gute Systeme sind zudem leicht zu bedienen, einfach zu warten und so funktionell, dass sie auch bei hoher Beanspruchung einwandfrei funktionieren.

Was die Frage der Motivation angeht, so könnte ein Beispiel aus Italien Schule machen: Wie das „Deutsche Ärzteblatt“ im Januar 2011 berichtete, hat die Frühchen-Station der Mailänder Mangiagalli-Klinik eine Hygieneprämie eingeführt. 3000 Euro im Jahr erhalten alle Pfleger, die sich regelmäßig nach genauen Anweisungen die Hände waschen – und dafür eine Kameraüberwachung akzeptieren. Die Rate der Klinikinfektionen sei in der Abteilung seit der Einführung um 30 Prozent gesunken.


* Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH), Gesellschaft für Hygiene, Umweltmedizin und Präventivmedizin (GHUP), Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD)

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