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Antibiotika-resistente Bakterien: Alarmierende Bilanz

12.07.2011 von bioMérieux

Experten haben auf dem World HAI Forum zur weltweiten Bekämpfung der Antibiotika-Resistenz aufgerufen

Mehr als 70 internationale Experten für Infektionskrankheiten, Mikrobiologie und Epidemiologie haben sich auf Initiative des Diagnostika-Unternehmens bioMérieux im Konferenzzentrum der unternehmenseigenen Stiftung getroffen. Sie rufen nationale und internationale Behörden, Human- und Tiermediziner, Verantwortliche aus der Industrie sowie die gesamte Weltbevölkerung auf, aktiv zu werden, um eine Gesundheitskatastrophe durch die Entstehung und Ausbreitung von Bakterien zu verhindern, die gegen Antibiotika resistent sind.

Während die Entwicklung neuer Antibiotika praktisch stillsteht, haben Antibiotika-Resistenzen durch den massiven und unangemessenen Einsatz von Antibiotika in der Human- und Tiermedizin zugenommen. Dabei steht die Behandelbarkeit bestimmter verbreiteter Infektionen auf dem Spiel. So könnte auch der Erfolg von immunsupprimierenden Therapien und chirurgischen Eingriffen gefährdet sein, da diese mit einem erhöhten Risiko bakterieller Infektionen einher gehen. Als wichtiges Alarmsignal sollten die Infektionsepidemie von multiresistenten E.-coli-Bakterien sowie die Entstehung von pan-resistenten NDM-1-Bakterien angesehen werden. Laut den Experten hat eine neue Ära der Antibiotika-Resistenz begonnen, bei der ein weltweites Bewusstsein erforderlich ist, um die Effektivität der Antibiotika zu erhalten.

Maßnahmenkatalog beschlossen
Die Teilnehmer des Forums folgen den Aufrufen und Vorschlägen der großen nationalen und internationalen Organisationen wie WHO, ECDC, IDSA und CDC. Mit dem Ziel, die Antibiotika-Resistenz und die Ausbreitung von resistenten Bakterien zu bekämpfen, wurden zwölf Empfehlungen herausgegeben, die kurz- und mittelfristig von den unterschiedlichen Akteuren umzusetzen sind.

Neue internationale Standards gefordert
Die Aktionsschwerpunkte, die von Gesundheitsbehörden eingefordert werden, betreffen die Verabreichung von Antibiotika an Tiere. So soll Tieren
nur zu therapeutischen Zwecken Antibiotika gegeben werden, die nicht in der Humanmedizin verwendet werden. Die wichtigsten Antibiotika-Klassen sind der Humanmedizin vorzubehalten. Ebenfalls soll in allen Ländern die Verwendung von Antibiotika in Futtermitteln als Wachstumsbeschleuniger eingestellt werden. Der Verkauf von Antibiotika, die für die Humanmedizin bestimmt sind, soll reguliert und deren rezeptfreier Verkauf in allen Ländern der Welt verboten werden. Außerdem möchten die Experten den internationalen Organisationen eine Charta zur adäquaten Antibiotika-Verwendung vorschlagen und sie von den Gesundheitsministern aller Länder unterzeichnen lassen. Für den Bereich der Human- und Tiermedizin soll in allen Ländern eine standardisierte Überwachung der Antibiotika-Verwendung und -Resistenz eingeführt werden. Ebenso fordern die Experten die Integration einer fundierten Ausbildung zur Bakterienresistenz in die Studiengänge der Human- und Tiermedizin sowie kontinuierliche Weiterbildungsprogramme für Angestellte des Gesundheitswesens. Für die Bevölkerung sollen Informationskampagnen ausgearbeitet werden, die an die Besonderheiten vor Ort angepasst sind und in denen die Notwendigkeit aufgezeigt wird, Antibiotika zu schützen und deren Verwendung nur auf die notwendigen Indikationen zu beschränken. Darüber hinaus sollen grundlegende Hygienemaßnahmen zur Krankheitsvorbeugung vermittelt und sanitäre Einrichtungen, mit denen insbesondere resistente Bakterien im Abwasser beseitigt werden können, ausgebaut werden. Verbrauchervertreter sollen an der Ausarbeitung und Umsetzung der Aktionspläne beteiligt werden.

Weniger Antibiotika – Neue Antibiotika
Die Experten empfehlen der Industrie, Schnelltests zu entwickeln, um dabei zu helfen Antibiotika nur dort zu verschreiben, wo es sinnvoll ist. Die Forschung und Entwicklung neuer Antibiotika soll gefördert und neue Wirtschaftsmodelle entwickelt werden, bei denen die Interessen des Gesundheitswesens und die Rentabilitätsanforderungen der Industrie in Einklang sind.

Hintergrund:
Seit 45 Jahren ist bioMérieux weltweit führend auf dem Gebiet der in vitro Diagnostik und verfügt mit 39 Niederlassungen und Distributoren in 150 Ländern über ein dichtes Vertriebsnetz. 2010 erwirtschaftete bioMérieux einen Umsatz von 1,3 Milliarden Euro, davon 87 Prozent auf internationaler Ebene. bioMérieux entwickelt und produziert Diagnostiklösungen (Reagenzien, Geräte und Software) zur Bestimmung von Krankheits- oder Verunreinigungsursachen mit dem Ziel, die Patientengesundheit zu verbessern und die Verbrauchersicherheit zu gewährleisten. bioMérieux-Produkte werden für die Diagnose von Infektionskrankheiten eingesetzt. Sie liefern medizinische Ergebnisse im Bereich Screening und Nachsorge von Karzinomen und kardiovaskulären Notfällen. Darüber hinaus werden sie für die Erkennung von Mikroorganismen in Lebensmitteln, Pharmazeutika und Kosmetika eingesetzt. bioMérieux ist an der NYSE Euronext Paris notiert.(Code : BIM - Code ISIN : FR0010096479). Weitere Informationen sind auf den Webseiten www.biomerieux.de, www.biomerieux.com, www.biomerieux.com/hai-resistance sowie www.hai-forum.com erhältlich.

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