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Patient per Software zum Zielort gesteuert

16.05.2011 von Leipziger Messe GmbH

"Vor ein paar Jahren wurde der Patiententransport innerhalb des Krankenhauses noch mit dem Telefon organisiert. Jetzt steuert Logistiksoftware, dass der Patient zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist und möglichst nicht warten muss", erklärt Diplom-Ingenieurökonom Uwe Behrends, Geschäftsführer der St. Georg Wirtschafts- und Logistikgesellschaft mbH, die zur Leipziger St. Georg Unternehmensgruppe gehört. Bei steigenden Fallzahlen, hohem Budgetdruck und einer wachsenden Zahl von Untersuchungsmöglichkeiten seien die logistischen Prozesse anders kaum beherrschbar. Historisch gewachsene technische Strukturen würden vereinheitlicht und modernen Erkenntnissen angepasst. Best-Practice-Beispiele von Beschaffungsstrategien über Patiententransport bis Entsorgungs-Logistik beleuchtet das Programm der med.Logistica – Kongress für Krankenhauslogistik mit Fachausstellung am 18. und 19. Mai 2011 in über 60 Vorträgen.

"Die besondere Herausforderung am Klinikum St. Georg ist das aus den Anfangszeiten des 20. Jahrhunderts stammende Pavillonsystem mit mehr als 50 Häusern. Das erfordert hohen Transport- und Verlegungsaufwand", berichtet Uwe Behrends. Ständig seien Patienten zum Beispiel vom OP und zurück unterwegs. Eine Steuerungssoftware optimiere diese Prozesse, minimiere Leerfahrten. "Die Station löst den Auftrag am Computer aus. Der Pflegedienst erfasst die Order und bestellt den Transport. Bei der Software Transport Logistik Manager laufen alle Aufträge zusammen, werden nach Dringlichkeit definiert und automatisch per SMS an den Transportdienst verteilt", schildert er. Der nächste freie Krankenträger werde per Funk über sein DECT-Handy oder den Blackberry identifiziert und losgeschickt. Dies laste Arbeitszeit und Kapazitäten optimal aus und vermindere den Personaleinsatz.

Auf der med.Logistica wird Uwe Behrends am 18. Mai 2011 über "Einführung und Inbetriebnahme des softwaregesteuerten Patiententransportes im Klinikum St. Georg Leipzig gGmbH" informieren (12.15 bis 12.35 Uhr).

Speisen mit direktem Feedback

"Erhebliches logistisches Optimierungspotenzial bietet auch die Speisenlieferung, die durch zahlreiche Übergabepunkte und Schnittstellen auf dem Weg vom Koch zum Patienten gekennzeichnet ist", betont Uwe Behrends. Vier Standorte des Klinikums seien zu bedienen, von denen jeder bis vor kurzem eine eigene Speisenversorgung gehabt habe. Inzwischen werde dies schrittweise standardisiert. "Im Ergebnis werden an allen Standorten gleiche Geschirr- und Tablettgrößen verwendet, damit auch Wagen- und Transportsysteme vereinheitlicht“, so Behrends. Diese Standardisierung habe bereits Einsparungen zwischen sieben und zehn Prozent erzielt.

Am Standort Wermsdorf übernehme Servicepersonal des Speiselieferanten Essenbestellung und -ausgabe am Krankenbett, entlaste so die Pflegekräfte. "Der gesamte Versorgungsprozess liegt damit in einer Hand. Dies kommt auch bei den Patienten gut an, denn ihr Feedback landet ohne Umwege beim Catering-Dienstleister."

Hintergrund med.Logistica

Die Kongressmesse med.Logistica feiert am 18. und 19. Mai 2011 im Congress Center Leipzig Premiere. Sie richtet sich an Direktoren und Geschäftsführer von Krankenhäusern und Trägergesellschaften, Bereichs- und Abteilungsleiter für Wirtschaft, Einkauf, Verwaltung und Logistik genauso wie an Technische Leiter und Facility Manager. Ebenso werden Krankenhausapotheker, Krankenhaus-Architekten und -Planer oder Industrievertreter angesprochen.

Bereits zur Premiere ergänzen zwei attraktive Parallelveranstaltungen die med.Logistica: das Innovationsforum Bio-Logistik, veranstaltet von der Handelshochschule Leipzig, dem Translationszentrum für Regenerative Medizin an der Universität Leipzig und der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig, sowie die Frühjahrstagung der Dienstleistungs- und Einkaufsgemeinschaft Kommunaler Krankenhäuser eG im Deutschen Städtetag.

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