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Neue Bundesländer für logistische Herausforderungen gerüstet

04.05.2011 von Leipziger Messe GmbH

"Das Krankenhaus wird oft auf die soziale Komponente reduziert - doch dahinter laufen mächtige logistische Prozesse ab", betont Dr. Stephan Helm, Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft Sachsen und Programmbeirat der med.Logistica - Kongress für Krankenhauslogistik mit Fachausstellung. Effiziente Logistik gewinne zudem stetig an Gewicht, um bei angespannter Kassenlage das knappe Personal von administrativen Tätigkeiten zu entlasten. Die komplexen Prozesse im Krankenhaus von Beschaffungsstrategien über Patiententransport bis Entsorgungs-Logistik beleuchtet das Programm der med.Logistica am 18. und 19. Mai 2011 in über 60 Vorträgen.

"In den neuen Bundesländern hat bei den umfangreichen Krankenhaussanierungen der vergangenen Jahre auch die Optimierung der Logistik eine Rolle gespielt", berichtet Dr. Helm. Laut Krankenhausgesellschaft Sachsen* wurden allein in sächsische Krankenhäuser in den letzten 20 Jahren mehr als 5,5 Milliarden Euro investiert. Ein Großteil dieser Gelder sei der sächsischen Wirtschaft zugute gekommen. Damit seien günstige Voraussetzungen geschaffen worden, den medizinischen und technischen Fortschritt zu meistern sowie die wachsende Nachfrage nach medizinischen Leistungen zu bedienen.

Verdichtung der Prozesse erfordert maßgeschneiderte Logistik

"Vor 20 Jahren verweilte ein Patient im Durchschnitt 18 Tage im Krankenhaus. Heute sind es zwischen fünf und acht Tagen", erklärt Dr. Helm. Diese Entwicklung habe zu einer extremen Verdichtung der Arbeitsabläufe beigetragen. Das erfordere schnelle und reibungslose Prozesse im Hintergrund. Die präoperative Verweilzeit, also die Dauer zwischen dem Check-in im Krankenhaus und der Operation, sei zu einem Qualitätsmerkmal geworden: "Wie schnell alle nötigen Informationen an der richtigen Stelle sind, hängt dabei maßgeblich von einer gut organisierten Logistik ab." Speziell der steigende Anteil multimorbider – also mehrfach erkrankter – Patienten erfordere dabei interdisziplinäres Herangehen und maßgeschneiderte Informationsstrukturen.
Von der einzelnen Einrichtung zur Versorgungsstruktur

Effiziente Logistik hat dabei die komplexe Versorgungsstruktur im Blick und nicht nur das einzelne Krankenhaus. Denn eine zunehmend ältere, immobile Bevölkerung muss flächendeckend erreicht werden. "Dies geht über die klassische stationäre Organisation hinaus. Das Krankenhaus ist künftig stark in ganzheitliche Konzepte eingebunden", so Dr. Helm. Patienten, die nicht mehr allein ins Krankenhaus kommen könnten, müssten komfortabel betreut und abgeholt werden.

Ambulante Behandlungen hätten sich in den letzten Jahren bereits deutlich erhöht. "Das erfordert moderne Kommunikation bis zur Telemedizin mit allen Beteiligten wie niedergelassenen Ärzten, ambulanten oder stationären Pflegeeinrichtungen." Diese Entwicklung komme den Patienten zugute und biete außerdem Wertschöpfungspotenzial für die sächsische Wirtschaft, zum Beispiel für Softwareausrüster und Dienstleister.

Hintergrund med.Logistica

Die Kongressmesse med.Logistica feiert am 18. und 19. Mai 2011 im Congress Center Leipzig Premiere. Sie richtet sich an Direktoren und Geschäftsführer von Krankenhäusern und Trägergesellschaften, Bereichs- und Abteilungsleiter für Wirtschaft, Einkauf, Verwaltung und Logistik genauso wie an Technische Leiter und Facility Manager. Ebenso werden Krankenhausapotheker, Krankenhaus-Architekten und -Planer oder Industrievertreter angesprochen.

Bereits zur Premiere ergänzen zwei attraktive Parallelveranstaltungen die med.Logistica: das Innovationsforum Bio-Logistik, veranstaltet von der Handelshochschule Leipzig, dem Translationszentrum für Regenerative Medizin an der Universität Leipzig und der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig, sowie die Frühjahrstagung der Dienstleistungs- und Einkaufsgemeinschaft Kommunaler Krankenhäuser eG im Deutschen Städtetag.

*Die Krankenhausgesellschaft Sachsen ist die Trägervereinigung der gegenwärtig 79 sächsischen Krankenhäuser mit rund 25.800 Betten und einer durchschnittlichen Größe von 330 Betten je Krankenhaus.

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